Nach einer „Dolomiten-Unterbrechung“, in der wir für einige Tage weiter südlich nach Ligurien gefahren sind, ging es für uns zu den nächsten Zielen in den Dolomiten, dieser einmaligen Naturlandschaft. Erneut haben wir unser Glück versucht in diesen beeindruckenden Bergwelten wandern zu gehen. Wie gut uns das dieses Mal gelungen ist, wo wir jetzt gelandet sind und was für Fotos ich mit nach Hause gebracht habe, könnt ihr hier lesen.

 

Die Seiser Alm (Alpe di Suisi)

St. Konstantin/Schlern, nahe Bozen, bietet einen guten Ausgangspunkt, um den westlichen Teil der Dolomiten zu erkunden. Unser Lager auf dem dortigen Campingplatz aufgeschlagen, konnte es am ersten Morgen gleich losgehen. Vorherrschend ist hier der Naturpark Schlern-Rosengarten mit dem 2563 Meter hohen, namensgebenden Schlern. In den Naturpark hinein reicht die Seiser Alm. Diese ist von einem Teppich aus Almwiesen, Heiden und Quellsümpfen geprägt. Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas, auf einer Höhe zwischen 1650 – 2350 m.ü.N.N.

Auf die Hochebene kommt man am besten auf zwei Wegen: entweder mit dem regelmäßig fahrenden Bus, oder noch interessanter: mit der Seiser Alm Bahn vom Ort Seis aus. Das Ticket für Berg- und Talfahrt kostet 17€/Person. Auf einer Strecke von 4 Kilometern, überwindet die Seilbahn stattliche 800 Höhenmeter. An der Bergstation im Ort Compatsch angekommen, kann man auch gleich die Füße in die Hand nehmen und auf den gut beschilderten Wegen das Wandern beginnen.

Wir hatten uns eine schöne, mittelschwere Route (21km, 1200hm) rausgesucht, die uns anfangs über weite Almwiesen, dann mit einem knackigen Anstieg über die Rosszahnscharte (2499m) und anschließendem Pfad um die Schlerngruppe führen sollte. Zu beginn genießt man eine schöne Weitsicht über die Almwiesen, den Schlern zur Linken, bis hinunter ins Tal.

 

Kurz vor der Rosszahnscharte auf etwa 2300m mussten wir aber auch hier, wie bei den Drei Zinnen zuvor, umkehren, denn der Weg war noch vollkommen verschneit und z.T. sogar vereist. Ärgerlich! Schon wieder! Aber sich zu ärgern verdirbt nur die Laune und damit den Urlaub. Es war anscheinend dieses Jahr die falsche Zeit. Ein Panorama von der Aussicht habe ich aber noch gemacht:

 

Kurzerhand sind wir ein Stück zurück gelaufen und haben uns einen anderen Weg rausgesucht (per mobiler Wanderkarten kein Problem). So ging es dann in die andere Richtung, unterhalb der Schneegrenze und oberhalb vom Spiegelwald entlang, immer mit dem Blick auf den massiven Lang- und Plattkofel, bis zur Mahlknecht Hütte (Rifugio Molignon, 2054m), in der wir gemütlich einkehren konnten. Auf dem Weg dorthin bekommt man außerdem eine fantastische Aussicht über die Hochalm mit der Puezgruppe im Hintergrund.

 

Immer mit dem Salteriebach (Rio Salteria) an der Seite, führte dann der Weg von der Hütte stetig bergab, auf gemütlichen Wegen und immer mit einer herrlichen Sicht auf die Hochalm. In Saltria war dann nach 21,5km und „nur“ 504hm Schluss. Wir hätten noch nach Compatsch zur Bergstation der Bahn die Runde schließen können, aber es war schon später am Nachmittag und die letzte Seilbahn wäre weggewesen. Wir haben für das letzte Stück den Bus genommen und konnten entspannt den Wandertag beenden.

 

Langkofel im Sonnenuntergang

Zum Sonnenuntergang wollte ich aber gerne noch losziehen, um zu fotografieren. Während der Wanderung am Tag, hatte ich mir schon eine Stelle ausgesucht, von der aus ich den Lang- und Plattkofel gut sehen konnte. Ich hoffte auf ein schönes, warmes Abendlicht, welches zum Schluss nur noch die Bergspitzen treffen und die Felsen zum „glühen“ bringen sollte. Die Straße hoch auf die Seiser Alm ist von 9-17 Uhr für PKW gesperrt. Das war nicht das Problem, war es bereits kurz nach 19 Uhr.

Aber der Fotospot lag zwischen Compatsch und Saltria. Ab Compatsch ist die Straße aber für Nicht-Einheimische gesperrt und nur für Anlieger freigegeben. Okay, ich hatte ja ein Anliegen, also habe ich für mich mal eine Ausnahme gemacht und bin selbstsicher die Straße weitergefahren. Es war auch nichts mehr los und keiner hat sich beschwert. Angekommen, das Auto geparkt, ausgestiegen und schlagartig wurde mir bewusst, dass es in der Höhe abends doch richtig schattig ist. Im Tal noch 23° Grad, waren es oben nur noch 8° Grad. Aber um mir warme Sachen anzuziehen, hatte ich keine Zeit mehr. Die Schatten wurden schon lang und ich wollte den Augenblick nicht verpassen.

Also in kurzer Hose, T-Shirt und Flip-Flops raus, auf die schon leicht Tau-nasse Wiese, Stativ und Kamera aufbauen, Filter aufsetzen, Probefotos machen und dann ging’s auch schon los. Es war live einfach grandios, wie zum Schluss nur noch die Bergspitzen rot angeleuchtet wurden, so wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Auslöser hatte keine Zeit zum Verschnaufen – ein Foto nach dem anderen, um nichts zu verpassen. Zur Sicherheit habe ich per Bracketing immer 3er-Sequenzen aufgenommen (-2/0/+2 EV), wodurch ich bei der Bearbeitung hinterher mehr Dynamik erzeugen konnte. Hier ist eines der Ergebnisse:

 

Mit mehr Vorlauf und besserer Ortskenntnis, werde ich das nächste Mal einen Spot mit einem schöneren Vordergrund aussuchen.

Im nächsten Teil meines Berichts über unsere Tage in den Dolomiten, geht es um eine sehr schöne Wandertour im Rosengarten. Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder reinschaut.

Bis bald… Michael

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