Die Dolomiten in Südtirol sind ein Superlativ wenn man grandiose Bergwelten liebt, gerne auf abwechslungsreichen Pfaden wandern geht und eine unglaubliche Natur fotografieren will. Wir waren einige Tage in der nord-italienischen Region unterwegs und eines ist sicher: Wir kommen bald wieder!!

 

Die Dolomiten

Das Gebiet erstreckt sich von Südtirol, im Westen, bis nach Venetien im Osten und reicht dort bis an die österreichische Grenze. Seit 2009 gehören Teile der Dolomiten zum UNESCO-Weltnaturerbe. Und das zu Recht. Ich habe selten eine so rauhe, schroffe, aber gleichzeitig überwältigende und beeindruckende Bergwelt gesehen, wie dort. Die Felsmassive schießen hunderte Meter senkrecht aus den Hochplateaus, bis auf Höhen von über 3300 m.ü.N.N.

Manchmal sind es zusammenhängende Bergkämme, wie der Rosengarten, manchmal sind es spitze Felsnadeln, wie die Drei Zinnen. Das Aussehen der Berge ist so abwechslungsreich. Kaum einer gleicht dem anderen. Es ist ein absoluter Genuss diese Gegend zu erkunden und seine eigenen Lieblingsorte für sich zu entdecken. Diese Kulissen werden untermalt von herrlichen Almwiesen, die übersät sind mit alten Bauernhäusern. Einmalige Szenerien, die nach ausgiebiger Fotografie schreit.

Wir wollten die Dolomiten hauptsächlich zu Fuß auf den unzähligen Wanderwegen erkunden, was sich aber schwerer gestaltete, als zu Beginn erwartet. Dazu später mehr. In den sechs Tagen haben wir bei weitem nicht alles sehen können, was es zu sehen gibt, aber es war der perfekte Einstieg. Aber eins nach dem anderen.

 

Toblacher See (Lago di Dobbiaco)

Als ersten Anlaufpunkt wählten wir den Campingplatz am Toblacher See aus. Er bietet eine perfekte Lage, um die nord-östlichen Teile der Dolomiten zu erkunden. Der Toblacher See liegt am Eingang des Höhlensteintals im Naturpark Fanes-Sennes-Prags und wird malerisch von Bergen eingerahmt. Bei Sonnenschein schillert der See in grünen bis türkisen Farben und ist dadurch sehr fotogen. Bei unserer Ankunft hingen noch düstere Wolken über dem See. Diese Wolken haben es dort zwischen den Bergen immer schwer abzuziehen und müssen sich erst einmal richtig ausregnen. Das war auch in den ersten zwei Nächten der Fall, so dass wir mit dem Zelt fast weg geschwommen wären. Aber selbst so ein Wetter hat etwas und hindert mich auch nicht am fotografieren.

 

Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo)

Seit langem habe ich den Wunsch den Gebirgsstock der Drei Zinnen zu umrunden und zu fotografieren. So wollten wir diese Tour am ersten Tag machen. Vom Toblacher See aus, fährt man etwa eine halbe Stunde und erreicht die Mautstation, die hoch zur Auronzohütte (Rifugio d’Auronzo) führt. Die Maut für die wenigen Kilometer beträgt stolze 25,-€ pro PKW. Die Alternative wäre vom nahe gelegenen Parkplatz hoch zu laufen, was aber nicht unser Plan war.

Die Straße windet sich ab der Mautstelle auf wenigen Kilometern über 500 Meter in die Höhe.  An der Auronzohütte oben angekommen, ist man direkt nach dem Aussteigen aus dem Auto von der Kulisse beeindruckt. Berggipfel wohin man schaut und ein tiefer Blick ins Tal auf den Misurinasee. Die Wolken hingen noch tief über den umliegenden Bergen.

 

Man startet entlang der Südseite der Drei Zinnen auf dem markierten Weg zum Aufstieg. Der Weg ist breit und lässt sich gemütlich gehen. Ab der Lavaredohütte (Rifugio Lavaredo) wird der Weg schmaler und steiler, zum Teil auch über lose Geröllfelder. Man kann das mächtige der Drei Zinnen schon von der Südseite aus erahnen, aber den WOW-Effekt bekommt man, wenn man den 2454m hohen Paternsattel (Forcella Lavaredo) erreicht. Von hier aus erhält man das erste mal den Blick auf das Plateau Lange Alpe (Plano di Longeres) und eine seitliche Ansicht der massiven Felsspitzen. Hier ergab sich unser Problem. Anfang April hat es in der Region noch über einen Meter Neuschnee gegeben und danach noch langanhaltend Frost. Somit war das gesamte Plateau unter den Drei Zinnen und auch die entsprechenden Wanderwegen eingeschneit. Einige Wanderer haben ihr Glück versucht, aber es war angesichts der steilen Passagen nicht vernünftig weiter zu gehen. Wir haben uns entschlossen auf dem Paternsattel wieder umzudrehen. Natürlich nicht ohne einige Aufnahmen zu machen. Die Umrundung der Drei Zinnen steht jetzt auf dem Plan der nächsten Tour dorthin, dann zu einer anderen Jahreszeit.

 

 

 

 

 

 

Pragser Wildsee (Lago di Braies)

Das nächste Highlight in den Dolomiten und wirklich ein must-see, ist der zwischen Toblach und Bruneck gelegene Pragser Wildsee. Ebenfalls zugehörig zum Naturpark Fanes-Sennes-Prags ist er ein geschütztes Naturdenkmal. Mit einer Tiefe zwischen 17m und 36m ist er nicht so tief, wie ein Bergsee zwischen solch steilen Bergflanken eigentlich erahnen lässt. Nach einem Murenabgang entstand ein natürlicher Staudamm und brachte den bildschönen See ins Dasein. Die Umgebung wird vom mächtigen Seekofel (2810m) beherrscht.

Das Wasser leuchtet magisch in alles Grüntönen, wenn die Sonne auf ihn scheint. Teilweise ist es schon kitschig und wirkt unnatürlich, aber das macht den See so unvergleichlich. In einer Runde von etwa 4 Kilometern, lässt sich der Wildsee leicht umrunden. Der Weg gibt immer wieder fantastische Blicke frei. Bei unserem Besuch, war der Wasserspiegel viel niedriger, als normal zu dieser Jahreszeit, so dass die Treppenstufen des Holzstegs am Nordufer nicht wie gewohnt im Wasser enden, sondern im Trockenen. Das sonst so beliebte Fotomotiv ging also nicht. Tolle Bilder kann man aber überall dort machen, man muss nur den richtigen Ausschnitt suchen.

 

 

 

Das waren die ersten Eindrücke unserer Reise in die Dolomiten. Im nächsten Teil geht es dann zur Seiser Alm mit vielen weiteren Bildern dieser Traumlandschaft. Ich würde mich freuen, wenn ihr dann wieder vorbeischaut.

Bis bald… Michael

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