Das Ende unseres Urlaubs nahte (leider) und wir wollten die grandiosen Bergwelten der Dolomiten noch einmal auf einer schönen Wandertour erkunden. Die Aussichten genießen, die Felsmassive bestaunen und natürlich die Eindrücke in Bildern mit nach Hause nehmen. Unsere Wahl fiel auf den Rosengarten.

 

Rosengarten (Catinaccio)

Mit dem Wissen aus den letzten Versuchen, dass wir uns aufgrund des noch liegenden Schnees unterhalb von 2400 müNN bewegen mussten, wählten wir eine dementsprechende Route aus. Die Rosengartengruppe ist ein Bergmassiv, welches ebenfalls zum UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten gehört. Die höchste Erhebung ist der Kesselkogel mit 3004 müNN.

Unsere Tour sollte uns von St. Zyprian im Tierser Tal in einem knackigen, stetigen Anstieg erst über die Plafötsch Alm und dann zur Hanickerschwaige führen. Anschließend unterhalb, auf der Westseite des Bergmassivs weiter bis zum Nigerpass. Die Daten zu Tour: 10,9 km, 981m Gesamtaufstieg, 354m Gesamtabstieg.

Der Weg war gut zu laufen, keine Klettereien. Aber der Aufstieg war ordentlich. Es gibt so gut wie keine flachen Gehphasen zum Verschnaufen, sondern ununterbrochen bergan. Die starke Sonne, wenn wir außerhalb der Wälder liefen, hat dann noch ihr übriges getan. So haben wir möglichst viele Trinkpausen im Schatten gemacht. Die Flüssigkeit war auf den nächsten Kilometern schnell wieder raus geschwitzt.

Aber die Landschaft ist einfach unbeschreiblich. Man durchwandert Nadelwälder, die bei der Hitze herrlich nach Harz dufteten, durchstreift dann Almwiesen, die gerade anfingen zu blühen und einen tollen Farbkontrast zu den schroffen Bergen geben. Man quert mehrmals auf urigen Holzbrücken den Angelbach, der je nach Wassermenge in kleinen Wasserfällen seinen Weg ins Tal sucht. Für Fotografiebegeisterte wie mich ein absolutes El Dorado!

Holzbrücke über dem Angelbach

 

Plafötsch Alm (Alpeggio Plafèc)

Die erste Aussicht mit Wow-Effekt, bekommt man auf der Plafötsch-Alm. Von dort aus erhält man einen grandiosen Blick auf den gegenüberliegenden Rosengarten, mit der markanten Rosengartenspitze und der König Laurin Wand. Hier sollte man sich gemütlich auf eine Bank setzen, das Panorama genießen und sich für die Fotografie ausreichend Zeit nehmen. Man kann die Bergwiesen schön in den Vordergrund setzen und den Blick über den Zaun auf die Berge lenken.

Blick über die Almwiese auf den Rosengarten

 

Nach weiterem Anstieg kann man sich auf der Hanickerschwaige ganz typisch mit einer Marende stärken. Darunter versteht man in Südtirol eine zünftige Brotzeit mit Speck, Wurst, Käse und Brot. Dazu ein kühles Bier und einen (kostenlosen) Schnaps zum Abschied.

 

Angelwiese

Der Weg führt von dort aus auf die Angelwiese. Man geht auf fast gleichbleibenden Höhen und hat zur linken die massiven Berge, zur rechten eine tolle Sicht auf das Tierser Tal und die dahinter liegenden Teile der Dolomiten. Das Fotografieren des Rosengartens funktioniert hier nur noch mit Ultraweitwinkel, so nah befindet man sich unter den Felsen.

Auf der Angelwiese unterhalb der Rosengartenspitze

 

Nach der Angelwiese geht es etwa 300hm bergab bis hin zum Nigerpass auf 1688 müNN. Dort waren unsere Beine auch schwer geworden, fast 1000hm auf der kurzen Strecke sind ordentlich. Der Bus brachte uns dann wieder zurück nach St. Zyprian zum Auto. Wir waren erledigt, aber um etliche unvergessliche Ausblicke reicher. Eine wirklich empfehlenswerte Wandertour.

Für alle, die es interessiert, findet ihr die geplante Tour mit den GPX-Daten unter nachfolgendem Link:

http://www.gpsies.com/map.do?fileId=kogzysfjuuvcurbi

 

Dolomiten-Fazit

Mir fallen nach drei Blogbeiträgen langsam keine weiteren Begriffe mehr ein, welche die Dolomiten treffender beschreiben könnten. Grandios, traumhaft, abwechslungsreich, beeindruckend, überwältigend, herrlich, einzigartig oder malerisch. Manchmal auch einfach nur WOW.

Wenn man, wie wir, die Berglandschaften zu Fuß auf den sehr gut beschilderten Wanderwegen erkundet, erlebt man alles hautnah und man bekommt wirklich den Kopf vom Alltag frei. Man beschäftigt sich mit dem, was man sieht. Man staunt, man teilt seine Meinung darüber miteinander. Man schweigt und genießt miteinander. Die (wenigen) Tage dort waren trotz der Höhenmeter geschuldeten Anstrengungen alles andere als stressig. Natürlich kommt man nicht so entspannt nach Hause, wie nach zwei Wochen Strandurlaub, aber man ist um so enorm viele schöne Erinnerungen reicher. So geht es mir nach jedem Aktivurlaub.

Zum Fotografieren muss ich hoffentlich nichts mehr sagen und hoffe, meine Bilder sprechen für sich und geben eine eigene Empfehlung für die Dolomiten ab. Landschaftsfotografen kommen hier voll auf jegliche Kosten.

Abschließend kann ich nur noch sagen: Das erste Mal dort gewesen, aber definitiv nicht das letzte Mal – ICH KOMME WIEDER!

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