Seitdem ich fotografiere, habe ich einige Foto-Rucksäcke besessen und bin mit jedem davon auf Reisen gewesen. Aber es gab immer etwas am jeweiligen Rucksack, was mir nicht gepasst hat. Jetzt habe ich endlich den optimalen Foto-Rucksack gefunden – den F-Stop Gear Tilopa. Ich nutze den Rucksack schon eine Weile, habe ihn aber erst auf unserer letzten Reise nach Amerika richtig auf Herz und Nieren getestet. Hier findet ihr meinen Erfahrungsbericht dazu.

Das F-Stop Gear System

Das Motto von F-Stop Gear ist: „Wir glauben, dass ihr Rucksack sie unterstützen sollte, das perfekte Bild aufzunehmen. Darum werden F-Stop Rucksäcke hergestellt, um ihre Ausrüstung sicher und komfortabel an jeden Ort zu transportieren.“ (aus dem Englischen übersetzt)

Meine bisherigen Rucksäcke von Tamrac und Lowepro waren grundsätzlich nicht schlecht, aber auch nie optimal. In jedem Fotorucksack lassen sich die Einteilungen flexibel verändern und auf die Kamera-Ausrüstung anpassen, schön und gut. Aber wenn man z.B. länger wandern geht, benötigt man nicht nur die Kamera-Ausrüstung. Ich möchte Kleidung, Nahrung, oder z.B. einen kleinen Gaskocher mitnehmen. Das hat in meinen bisherigen Rucksäcken nie Platz gehabt.

F-Stop war Vorreiter der modularen Aufbauweise von Foto-Rucksäcken, die solchen Problemen Abhilfe schaffen. Man kauft je nach Geschmack einen entsprechend großen Rucksack und kann sich durch sogenannte ICU’s (Internal Camera Unit’s) den Innenraum des Rucksacks flexibel gestalten. Eine ICU ist wie eine herausnehmbare Tasche, in der die Kamera mit Zubehör verstaut wird. Der Rucksack an sich ist leer, wie ein normaler Wanderrucksack.

Der Größe entsprechend habe ich mich für den F-Stop Gear Tilopa entschieden und dazu zwei verschieden große ICU’s. Welche genau seht ihr weiter unten.

Daten und Fakten

Hier einige technische Daten zum Tilopa:

  • Außenmaße: Höhe 59,7 cm, Breite 35,6 cm, Tiefe 30,5 cm
  • Volumen: 50 Liter
  • Gewicht (ohne ICU): 1,9 kg
  • Farbe: Anthrazit
  • Material: Oxford-Ripstop-Nylon mit Polyurethanbeschichtung als Wetterschutz
  • leichter Aluminiumrahmen für Stabilität

Produktbilder von F-Stop Gear:

Der Tilopa von Außen

Der Rucksack hat eine grundsätzliche Wetterschutzbeschichtung, welche leichten Regen aushalten soll. Dazu hat er YKK®-Aquaguard®-Reißverschlüsse, die zusätzlich für Wetterschutz sorgen. Ich würde trotzdem immer die zusätzliche Regenschützhülle empfehlen, die man bei F-Stop (leider) dazukaufen muss. Diese Garantiert aber eine trockene Kamera-Ausrüstung im Innern, wenn es mal richtig schüttet.

Sehr gut gefällt mir die Möglichkeit mein großes Stativ zu befestigen. Es gibt genügend Gurte außen, die man verstellen kann, so dass das Stativ fest am Rucksack hält, ohne beim Laufen hin und her zu rutschen. Die Stativ-Beine, oder den Stativ-Kopf, kann man dabei in eine Tasche packen, um das Stativ noch besser zu befestigen.

Wenn man mit schwerer Ausrüstung lange Wanderungen unternimmt, sollte es bequem sein und bleiben. Der Tilopa hat breite, gut gepolsterte Schultergurte und eine ebenso gute Rückenpolsterung. Dazu kommt ein breiter Hüftgurt. Das ermöglicht ein ermüdungsarmes Wandern. Ich hatte den Rucksack in Amerika fast den ganzen Tag auf den Schultern, bin bergauf und bergab durch die Nationalparks gewandert und hatte abends nie richtige Schmerzen oder stark verspannte Schultern, obwohl es doch manchmal ca. 12-14 Kilogramm Gewicht waren.

An den Schultergurten sind, wie bei den meisten Rucksäcken, Ösen vorhanden, um z.B. ein GPS-Gerät anzuhängen. Was mir gut gefällt ist, dass die Ösen hier aus Metall sind und nicht aus Plastik. Macht es hochwertiger und stabiler.

Die Reißverschlüsse lassen sich allesamt gut greifen und leicht bedienen. Nichts hakt oder geht schwergängig.

Der Tilopa von Innen

Wie schon oben angedeutet, lässt sich der Innenraum variabel gestalten. F-Stop bietet dafür mehrere ICU’s an. Auf der Homepage kann man sehen, welche ICU’s zu welchem Rucksack passen. Diese ICU’s werden in den (sonst leeren) Rucksack geschoben und mit Klettverschlüssen befestigt, so dass sie nicht mehr rausrutschen, oder beim Wandern hin- und herrutschen können.

Muss ich mehrere Kamerabody’s mit vielen Objektiven zu verstauen, wäre eine ICU in der Größe XL zu wählen. Dann ist aber der gesamte Innenraum des Rucksacks ausgefüllt. Habe etwas weniger Ausrüstung reicht die Größe Large. Besitze ich aber nur eine Kamera mit vielleicht zwei bis maximal drei Objektiven, kann ich ein noch kleineres ICU nehmen und habe dann im Innenraum noch genügend Platz, für sämtliches anderes Wanderzubehör. Genau diese Flexibilität finde ich toll.

Ich benutze die ICU’s Pro Large und Pro Small, je nachdem für welchen Einsatz. Der Pro Large hat viel Platz für Ausrüstung, aber nimmt auch 18 cm in der Höhe mehr an Platz im Rucksack weg, als der Pro Small. Gehe ich wandern und möchte zur Kameraausrüstung auch noch Dinge wie eine Regenjacke, Trinken, evtl. einen Gaskocher und Essen mitnehmen, verwende ich den Pro Small, muss das Foto-Zubehör dann aber anders verstauen, bzw. auf das Nötigste reduzieren. Für meine komplette Fotoausrüstung mit allem Zubehör, brauche ich aber definitiv den Pro Large. Das schöne ist einfach, dass ich jederzeit flexibel bin.

Meine beiden ICU’s:

Um an die Kamera zu kommen, öffnet man die Rückenklappe, möchte man an die sonstigen Sachen gelangen, öffnet man den Rucksack von oben. Ich habe also vollen Zugriff auf mein ganzes Zeug, ohne das Kamerafach öffnen zu müssen. Außerdem gibt es im Deckel des Rucksacks noch einige kleine Fächer, in denen sich noch mehr Zubehör verstauen lässt. Oder Wertsachen, oder Schlüssel, oder, oder, oder.

An den Seiten und hinten gibt es noch zusätzlich Taschen als Stauraum, z.B. auch für einen Trinkbeutel mit Öffnung für den Schlauch.

So sieht der Tilopa bei mir aus, wenn ich ihn für eine Reise packe:

So sieht mein Tilopa aus, wenn ich ihn für eine Reise packe. Die beiden Accessory Pouches kommen dann oben in den Tilopa.

Der Tilopa in der Praxis

Man kann in der Theorie viel über einen Foto-Rucksack schreiben, aber letztendlich kommt es auf die Praxistauglichkeit an. Diese konnte ich ganz ausgiebig während unserer Reise durch Utah und Arizona in Amerika testen. Und auch wenn ich mit meiner gesamten Ausrüstung immer sehr sorgsam umgehe, soll gerade der Rucksack Schutz bieten, wenn ich draußen unterwegs bin.

Ich habe den Rucksack beim Fotografieren auf Felsen, im Sand oder sonstwo auf dem Boden abgestellt oder -gelegt, ohne dabei besonders auf den Untergrund zu achten. Das Material ist nirgendwo eingerissen. Der Tilopa musste Regen ertragen, was er auch ohne Schutzhülle gut gemeistert hat. Die Feuchtigkeit ist nie ins Innere gelangt. Ab einem gewissen Maß an Regen, habe ich natürlich die Schutzhülle rausgeholt, oder bin ins Trockene geflüchtet.

Die Gurte, Schnallen und Reißverschlüsse haben ihren Job alle gut gemacht. Ich habe täglich viele Male das Stativ dran- und abgeschnallt, die Reißverschlüsse drangsaliert, die Nähte strapaziert. Aber ich kann wirklich nicht meckern. Die Verschlüsse lassen sich sehr gut bedienen.

Hier einige Fotos aus unserem Urlaub, wo ich den Tilopa im Einsatz hatte:

Der Tilopa im Flugzeug

Ein Thema was viele sehr interessiert und für mich auch ausschlaggebend für den Kauf des Tilopa war, ist die Handgepäcktauglichkeit beim Fliegen. Die Kameraausrüstung muss bei mir immer ins Handgepäck, wo ich weiß, dass alles sicher ankommt, weil ich es nicht aus der Hand gebe.

Ich hatte mich vorher durch viele Foren gelesen. Der Tilopa als Handgepäck sei bei Airlines kein Problem, hieß es. Aber vollgepackt hatte ich vor dem Abflug doch irgendwie bedenken. Ich wollte es absolut vermeiden auf dem Flughafen in der Gepäckabfertigung wegen der Größe hängen zu bleiben. Weil: Was dann??

Letztendlich habe es einfach riskiert. Mir blieb ja auch nichts anderes übrig. Das Ergebnis? Es hat problemlos funktioniert. Ich war nach der Sicherheitskontrolle wirklich sehr froh. Trotzdem ist es von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft unterschiedlich, das sollte man bedenken. Gerade auch was das Gewicht angeht. Wir sind mit Delta Airlines und KLM geflogen. Bei Delta ist es fast egal wie schwer der Rucksack ist, solange er nicht zu groß ist und in das Ablagefach passt.

Einzig mein Benro Stativ habe ich ins große Gepäck getan. Denn mit einem Stativ im Handgepäck hatte ich in Vergangenheit schon mal Probleme. Aber durch die ganze Kleidung ist das Stativ im aufgegebenen Gepäck ja gut geschützt, denn die Koffer werden beim Verladen teilweise echt übel umher geworfen.

Also: Flugtauglichkeit erfolgreich bestanden!

Mein Fazit

Mit dem F-Stop Gear Tilopa bin ich endlich glücklich und zufrieden. Er ist ergonomisch das, was ich lange gesucht habe. Er ist bequem. Ich kann ihn so bestücken, wie ich es möchte und es gibt von F-Stop Gear noch so viel nützliches Zubehör, da bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Er ist kabinentauglich im Flugzeug, das war mir sehr wichtig. Er ist robust und bietet der Ausrüstung guten Schutz. Alles in allem ein wirklich durchdachter und hochwertig produzierter Fotorucksack.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare