Der triste Winter war vorbei, die Temperaturen kletterten nach oben, die Sonne ließ sich länger als 10 Minuten am Tag sehen, da musste ich meine Sachen packen und habe eine Foto-Tour in das Naturschutzgebiet Waldnaabtal gemacht. Noch nie davon gehört? Dann stelle ich euch jetzt dieses herrliche Stück Natur vor.

Das Naturschutzgebiet Waldnaabtal

Namensgeber ist der kleine Fluss Waldnaab. Das Naturschutzgebiet befindet sich im äußeren Nordosten von Bayern und liegt überwiegend im Landkreis Tirschenreuth. Mit einer Fläche von gerade einmal 182 Hektar ist es überschaubar. Die Waldnaab schlängelt sich hier malerisch durch einen 6 Kilometer langen Talabschnitt, in dem durch Erosion bizarre Felsformationen geschaffen wurden. Im Flusslauf liegen viele mächtige Felsbrocken und Findlinge, die dem Wasser schon lange trotzen und die aus der zum Teil gemächlich fließenden Waldnaab einen absolut fotogenen Fluss machen. Umrahmt wird alles durch eng stehende, hohe Tannen, die im Tal für tolle Lichtsituationen sorgen, wenn die Sonne richtig steht.

Die markantesten und sehenswertesten Stellen im Tal sind gut gekennzeichnet und eine Holztafel am jeweiligen Ort erzählt ein kurzes Gedicht dazu. Also kommen auch Lyriker nicht zu kurz 🙂

Parkmöglichkeiten gibt es an mehreren Stellen, von denen aus man leicht zu Fuß in das Tal hineinlaufen kann.

 

Meine Foto-Tour

Ich bin früh aufgebrochen, um die Lichtsituationen im Tal zu beobachten und zur richtigen Zeit am richtigen Platz zu sein. Ich wählte den Parkplatz nahe der Blockhütte, einer am Fluss liegenden Gaststätte. Die Blockhütte liegt ziemlich genau in der Mitte des Tals. So wanderte ich von dort aus zuerst den nördlichen Teil ab. Die Tannen hinderten die Sonne noch daran, Licht auf das Wasser zu werfen. So konnte ich entspannt einmal hin und wieder zurück laufen, etwa 5 Kilometer. Dabei suchte ich mir die Plätze raus, an denen ich fotografieren wollte und schätzte ab, wie das Licht sein würde.

Ich hatte einen Thermobecher mit Kaffee dabei und habe es sehr genossen fast allein den Waldweg entlang zu schlendern. Kein Stress, keine Hektik und keine störenden Geräusche, außer dem Klang des Wassers und der singenden Vögel – herrlich!! Ein gleichgesinnter Fotograf kam mir entgegen, aber sonst wie ein Lost Place.

Als die Sonne höher stand und durch die Bäume ihr Licht drückte, entstanden tolle, kontrastreiche Szenen. Das war der Zeitpunkt das Stativ vom Rucksack zu schnallen, die Kamera drauf zu setzen und loszulegen.

 

Aufnahmetechnik

Ich liebe es Wasserläufe zu fotografieren. Dabei möchte ich das Wasser in seiner Bewegung nicht einfrieren, sondern die Dynamik hervorheben. Es soll seidig aussehen, verschwommen. Das erfordert natürlich längere Belichtungszeiten. Bei Tageslicht kommt man nicht um einen Graufilter herum, der die Belichtungszeit je nach Ausführung ausreichend verlängert. Ich benutze ein 100mm-System mit hochwertigen Glasfiltern, die fast keine Farbstiche oder Vignettierungen erzeugen. Außerdem lassen sich diese Filterplatten schnell wechseln, um sich der Situation anzupassen.

Mit dem Stativ bin ich dann auf den Felsen rum geklettert, um den richtigen Bildausschnitt zu finden. Das Licht musste ja auch noch passen. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich voll auf das Fotografieren zu konzentrieren, mit den Einstellungen zu spielen, mit den Brennweiten, den Belichtungszeiten, bis die Bilder herausgekommen sind, die ich mir vorgestellt habe.

Eine kurze Bearbeitung mit Lightroom/Photoshop und et voilá…

 

Meine Bilder

Waldnaabtal Flusslauf

 

Waldnaabtal Flusslauf

 

Waldnaabtal

 

Waldnaabtal Flusslauf

 

Waldnaabtal Schwallohbach

 

Fazit

Für eine Tages-Foto-Tour kann ich das Naturschutzgebiet Waldnaabtal absolut empfehlen. Man sollte ausreichend Zeit mitbringen, um auf das richtige Licht zu warten. Es lohnt sich. Natürlich kann man es auch einfach zum Wandern und Erholen nutzen und in der Blockhütte bei Sonnenschein einkehren. Das Tal bietet für jedes Alter etwas. Und es macht wirklich Spaß diese Natur zu erkunden und auf die Details zu achten.

Also: Wanderschuhe an, Rucksack packen und raus in den Wald. Egal mit oder ohne Kamera!

 

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