Der Name Fischland-Darß-Zingst war mir schon irgendwie geläufig, aber genaueres wusste ich nicht. Ich wusste nicht wie grandios die Natur dort ist, wie herrlich die unberührten Strände sind, wie entspannt man dieses Stück Deutschland erkunden kann. Zum Glück haben wir uns entschlossen hinzufahren. Aber wohin genau?

 

Allgemeines

Fischland-Darß-Zingst ist eine Halbinsel, mit einer Länge von 45 Kilometern, die zwischen Rostock und Stralsund vor der Küste in der Ostsee liegt.

Die Halbinsel ist in drei Gebietsabschnitte unterteilt. Von West nach Ost sind das Fischland, Darß und Zingst. Sechs Gemeinden liegen auf der Halbinsel: Wustrow, Ahrenshoop, Born am Darß, Wieck am Darß, Prerow und Zingst.

Hier gehts zu einer Karte (Wikipedia).

Teile der Halbinsel gehören zum 786km² großen Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Ich gliedere meinen folgenden Bericht mit den Bildern nicht chronologisch, wie wir es erlebt haben, sondern nach den Gebieten.

 

Fischland

Fischland ist klein und schmal und bildet sozusagen die westliche Brücke vom Festland auf die Halbinsel. Auf Fischland liegen (komplett) nur vier Ortschaften: Althagen, Niehagen, Wustrow und Barnstorf.

Ich habe mich auf zwei wesentliche Punkte dort konzentriert, die ich fotografieren wollte. Das war zum einen der kleine Hafen in Althagen. Warum? Mir gefallen dort auf der rechten Seite die kleinen Hütten direkt am Wasser und die dahinter liegenden Segelboote. Ich hatte mir vorgenommen, die Szene zur blauen Stunde aufnehmen, um eine ruhige Stimmung wiederzugeben.

Man kann problemlos den langen Steg nutzen und einen schönen Blickwinkel suchen. Ich habe versucht sowohl die Hütten, die Segelboote, als auch das Wasser in das Bild integrieren, ohne „Dead Space“ zu erzeugen, also toten Raum, der keinen interessanten Bildinhalt hat.

Dies sind meine Ergebnisse:

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Zum anderen war es das Steilufer zwischen Ahrenshoop und Wustrow. Eine ideale Tageszeit zum Fotografieren wäre der späte Nachmittag, bzw. der Sonnenuntergang gewesen, wenn die Sonne tief steht und das Licht goldgelb ist: Leider war es organisatorisch nicht machbar zu dem Zeitpunkt dort zu sein. Wir sind von Ahrenshoop aus zuerst oben über der Steilküste bis Wustrow gelaufen. Anschließend von dort aus direkt unterhalb, am Wasser entlang wieder zurück. An einigen Stellen muss man zwar etwas klettern oder „Wellenhüpfen“, aber es ist eine schöne, kleine Tour gewesen.

Fischland-Darß-Zingst-008

 

Darß

Der Darß ist der mittlere Teil der Halbinsel und für mich eigentlich der schönste. Flächenmäßig gehört der größte Teil zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Der Prerower Strom im Osten, trennt den Darß von Zingst.

Von Ahrenshoop im Süden nach Norden erstreckt sich der grandiose, 14 Kilometer lange Weststrand. Ein unberührtes Stück Natur im Nationalpark. Der Fernsehsender arte kürte den Weststrand sogar zu einem der 20 schönsten Strände der Welt. Man kommt entweder nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Pferd dorthin. Auf dem Weg dorthin durchquert man einen urigen, abwechslungsreichen Wald – den Darßwald. Verschiedenste Nadelbäume wechseln sich mit alten knorrigen Buchen ab. Der Boden wird in weiten Teilen von Königsfarn bedeckt und lädt dazu ein anzuhalten und interessante, kontrastreiche Bildausschnitte zu suchen. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken.

Der Weststrand wird, gerade im Winter, sehr vom rauen Wetter beansprucht, sodass es einerseits eine drastische Entlandung gibt, der Jahr für Jahr auch viele Bäume zum Opfer fallen, anderorts dann wieder eine Anlandung. So ändert sich das Landschaftsbild an der Küste stetig.

Dieser Strand hat mich in seinen Bann gezogen. Prädestiniert ist hier natürlich das Fotografieren beim Sonnenuntergang. Mehrere Anläufe brauchte ich, bis das Wetter mitspielte. Aber dann war es perfekt. Ich rannte kreuz und quer durch die Dünen, rein in den Wald, raus an den Strand, einfach um das Licht so gut auszunutzen, wie es ging.

Dabei sind dann diese Aufnahmen entstanden:

 

Zingst

Zingst ist der östliche Teil der Halbinsel, etwa 20 Kilometer lang und wird von der Ostsee und dem Barther Bodden eingerahmt. Durch Versandung ist die am östlichen Zipfel von Zingst gelegene Insel Großer Werder mittlerweile ein Teil von Zingst geworden.

Markant für Zingst ist neben der gleichnamigen Ortschaft noch der Osterwald (das einzige Regenmoor in Mecklenburg-Vorpommern), die Sundischen Wiesen, Pramort und die Hohe Düne.

Mit dem Fahrrad sind wir nach Pramort gefahren. Auf dem Weg dorthin passiert man teilweise sehr skurrile Landschaften. Moorbirken in den Sundischen Wiesen sind abgestorben und stehen als konstrastreiches Skelett auf dem grünen Feuchtwiesen- und Heidegebiet. Sehr lohnenswert zu fotografieren.

Von Pramort aus, bin ich mit der Drohne über die Schutzgebiete und bis über den Großen Werder geflogen, um Aufnahmen dieser tollen Landschaft aus der Luft zu machen. Der Gegenwind an der Küste war extrem, aber ich habe einige schöne Aufnahmen machen können (mehr zu meinem Drohnen-Abenteuer findet ihr hier). Die Versandung ist aus der Luft ganz markant zu sehen. Das Wasser mutet in seiner türkisen Farbe im Kontrast zu dem weißen Sandstrand, teilweise sogar karibisch an.

[Bilder Drohne einfügen]

 

Anschließend ging es zur nahe gelegenen Hohen Düne, welche nur zu Fuß erreicht werden kann, weil sie in der Nationalpark Schutzzone liegt. Die Hohe Düne ist mit „nur“ 13 Metern Höhe die höchste Weißdünenlandschaft an der deutschen Ostseeküste. Der kurze Marsch lohnt aber. Man erhält von der Aussichtsplattform einen schönen Blick entlang der geschützten Küste und kann lange verweilen und sich die Seeluft um die Nase wehen lassen.

Fischland-Darß-Zingst-001

 

Um der Entlandung entgegen zu wirken, findet man an der Ostseeküste entlang eingeschlagene Buhnen. Das sind niedrige Schutzwände aus Holzpfosten, die 20-30 Meter weit in die Ostsee reichen. Diese eignen sich ebenso sehr, um sie geschickt in ein Bild zu integrieren. Ich habe dazu eine längere Belichtungszeit genutzt, um die Wellen dynamisch darzustellen. Auch ein typisches Bild von der Küste.

 

Resumé

Die Zeit auf Fischland-Darß-Zingst ist viel zu schnell vorbeigegangen. Aber ich bin mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort gewesen. Auch wenn die Halbinsel nicht sehr groß ist, so kann man trotzdem unglaublich viel sehen und erleben. Das Fotografieren hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe schon unzählige Ideen im Kopf, was ich beim nächsten Besuch ablichten möchte.

In dem Sinn… bis bald.