Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen war mir schon lange ein Begriff als sehenswertes Ausflusgziel, aber uns hat es bisher irgendwie noch nicht in diesen Teil Deutschlands verschlagen. Bisher. Auf dem Heimweg aus Südtirol und Ligurien entschieden wir uns spontan hinzufahren. Ich zeige euch hier meine aufgenommenen Bilder. Das Fotografieren in der Klamm ist nicht einfach, aber es geht. Schaut selber…

 

Basics zur Partnachklamm

Die Partnachklamm liegt in einem der südlichsten Zipfel von Deutschland, im Reintal, nahe der Zugspitze. Der Fluss Partnach hat im Laufe einer sehr langen Zeit eine 700 Meter lange und bis zu 80 Meter tiefe Schlucht – eine Klamm – in den weichen Felsen gefräst. 1912 wurde die Klamm zum Naturdenkmal erklärt und ist seit dieser Zeit auch touristisch erschlossen, da es zuvor lebensgefährlich war die Klamm zu durchqueren. Es wurde ein Weg angelegt, der mit Geländer gesichert ist. Man kann die Partnachklamm das ganze Jahr über besuchen. Den Eintrittspreis ist es auf jeden Fall wert. Je nach Wasserführung, vor allem nach der Schneeschmelze, kann es aber passieren, dass die Klamm gesperrt werden muss. Vor der Anreise sollte man sich am besten informieren.

Tipp: nehmt eine Taschenlampe mit, denn in den kurzen Tunnelstücken auf dem Weg in der Klamm, ist es auch tagsüber stockfinster.

 

Wie kommt man hin?

Der Parkplatz befindet sich an der Großen Olympiaschanze und ist sehr gut ausgeschildert, egal aus welcher Richtung man kommt. Von dort aus gilt es einen kleinen Spaziergang von etwa 2 Kilometern zu machen, bevor man am eigentlichen Eingang ankommt. Gemütlich schafft man das in 25-30 Minuten. Alternativ hat man auch die Möglichkeit eine der pendelnden Pferdekutschen zu nehmen (kostet natürlich was). Aber der Fußweg ist wirklich nicht weit und einfach zu laufen. Außerdem kann man dabei die Natur dort genießen.

 

Fotografieren in der Partnachklamm

Alleine der Besuch der Partnachklamm lohnt sich auf jeden Fall. Aber meine Herausforderung war auch ein paar schöne Bilder mit nach Hause zu bringen. Ich hatte keine Ahnung wie sich die Bedingungen gestalten würden und ließ es einfach auf mich zu kommen. Der Weg durch die Klamm ist zum Teil extrem eng und selbst an sonnigen Tagen ist es nicht sehr hell dort. Also musste ich das Stativ benutzen, um die langen Belichtungszeiten realisieren zu können. Aber wo stellt man ein Stativ auf, wenn der Weg eng ist und viele Besucher durch die Klamm laufen. Man muss schon etwas erfinderisch werden.

Ich suchte mir Stellen heraus, an denen ich das Stativ entweder hinter das Geländer stellen konnte, oder mit ausgefahrenen Segmenten aber zusammengeklappt, als Einbeinstativ gegen das Geländer drücken konnte. Dabei musste ich immer die Luft anhalten, um nicht zu verwackeln. Es sah wahrscheinlich sehr lustig aus. Aber egal. Es hat funktioniert.

Ich wollte die wuchtigen Dimensionen der Partnachklamm ablichten, also benutzte ich mein 10-24mm Ultraweitwinkel-Objektiv, um dies einfangen zu können. Es war dabei nicht einfach den Bildaufbau so zu gestalten, dass man die vielen Besucher nicht mit auf dem Foto hat. Deswegen sollte man sich Zeit lassen. Abwarten. Ausprobieren.

Miit meiner Frau bin ich einmal die ganze Klamm entlang gelaufen und dann wieder durch die Klamm zurück, anstatt den Rundweg oberhalb zu nehmen. So bekommt man noch mal einen anderen Blick und erkennt neue Kompositionen. Am Ende muss jeder seinen Weg finden und Bilder machen, über die man sich freut.

In der Schlucht ist der Dynamikumfang, also das Verhältnis vom hellen Himmel zu den Schattenbereichen, bei Sonnenschein enorm groß. Das menschliche Auge kann dieses Dynamikumfang meistern, aber nicht die Kamera. Darum habe ich jeweils eine 3er-Belichtungsreihe aufgenommen. Das nennt man auch Bracketing. Ein Bild wird „normal“ belichtet (0EV), das nächste unterbelichtet (-1EV), das dritte überbelichtet (+1EV). So erhält man einen korrekt belichteten Himmel und korrekt belichtete Schattenpartien. Die Bilder habe ich in Photoshop mittels Luminanzmasken zu einem harmonischen Ergebnis kombiniert.

 

Meine Ergebnisse

 

 

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare