Als ich letztens mal wieder in Hamburg war, hatte ich Abends noch etwas Zeit, um fotografieren zu gehen. Hamburg ist für mich eine der schönsten Städte Deutschlands und fotogen in jedem Winkel. So bin ich dann in die Speicherstadt losgezogen um Nachtaufnahmen zu machen.

 

Die Speicherstadt in Hamburg

Die Speicherstadt ist der weltweit größte, historische Lagerhauskomplex, liegt im Hamburger Hafen und wurde zwischen 1883 und 1923 erbaut. Seit dem Jahr 1991 steht die Speicherstadt unter Denkmalschutz und gehört seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe (im Zusammenhang mit dem Kontorhausviertel und dem Chilehaus).

Das Besondere ist, dass das Areal von sechs Fleeten durchzogen ist. So haben die Häuser auf der einen Seite Anschluss ans Wasser, auf der anderen Seite zur Straße. Für die Logistik ideal. Gelagert wurden hauptsächlich Kaffee, Tee und Gewürze.

Acht Brücken verbinden die Hamburger Altstadt mit der Speicherstadt und weitere neun Brücken stellen die Verbindungen innerhalb her.

 

Fotografieren in der Speicherstadt

Okay, jeder hat seine Vorlieben, jeder bevorzugt andere Techniken, wartet auf andere Lichtsituationen oder Wetterverhältnisse. Aber wer nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hat, muss nutzen, was die Umstände hergeben. So war es auch bei meinem letzten Besuch. Die ganzen Tage zuvor war das Wetter perfekt. Ein paar Wölkchen, sonnig und abends tolle Sonnenuntergänge.

Als ich dann ankam: grauer Himmel, leichter Nebel, im Lauf des Tages dann noch Regen und später heftiger Schneefall. Was macht man nun?

Ich habe bis zum Abend gewartet und bin dann losgezogen. Die Kameras sind heutzutage zum Glück gut gegen Feuchtigkeit geschützt. Man muss natürlich auf die Wassertropfen auf der Linse achten. Ich habe an verschiedenen Spots fotografiert. Es gibt noch unzählige mehr, aber ich möchte hier meine Locations vorstellen und euch meine Fotos zeigen. Am Ende des Beitrags findet ihr eine Karte, in der alle Spots markiert sind.

 

Das Wasserschloss

Das Wasserschloss ist sicher eines der meist fotografierten Motive in Hamburg. Grundsätzlich ist es mir persönlich egal, ob ein Motiv „tot fotografiert“ wurde. Ich mache es trotzdem und freue mich über jedes meiner eigenen Bilder. Es geht ja auch darum Techniken anzuwenden. Außerdem habe ich dann jedes Recht mit meiner Version zu machen was ich möchte: Entwickeln lassen, publizieren, präsentieren…

Und ich finde die Lichtstimmung am Wasserschloss abends, wenn die Fassaden rundherum beleuchtet sind, einfach toll. Daher ist es mein erster Anlaufpunkt gewesen. Von der Poggenmühlenbrücke hat man die beste Sicht. Der breite Fußgängerbereich gibt einem genug Platz, um das Stativ für Langzeitbelichtungen aufzustellen. Und man kann sich dabei mit anderen Fotografen auszutauschen – denn man ist fast nie allein dort.

 

 

 

Holländischer Brook

Beispielhaft für die ganze Speicherstadt habe ich im Holländischen Brook einfach entlang der Kopfsteinpflasterstraße fotografiert. Ich mag solche Szenen. Wenn das Kopfsteinpflaster nass ist und die Lichter reflektiert. Leider kamen fast ununterbrochen Autos die Straße entlang gefahren, so dass ich immer wieder zur Seite gehen musste. Wenn es nicht im Laufe des Abends fürchterlich angefangen hätte zu regnen, wäre ich nochmal dort hin gelaufen, um weitere Bilder aufzunehmen. Die historischen Gebäude sind überall wirklich sehr fotogen.

 

 

 

Pickhubenbrücke und Neuerwegsbrücke

Ich finde die Brücken in der Speicherstadt toll. Halbrunde Bögen aus massivem Stahl. Man sieht die mächtigen Nieten, die alles zusammenhalten. Immer ein lohnendes Motiv. Ganz besonders an der Ecke Kannengiesserort und Pickhuben, am Kleinen Fleet. Mit dem richtigen Bildausschnitt kann man die Pickhubenbrücke schön als Vordergrund nehmen und die St. Katharinen Kirche rechts in den Hintergrund positionieren. Das gleiche gelingt einfach an der Neuerwegsbrücke, die direkt an die Pickhubenbrücke grenzt.

 

 

 

 

Kibbelsteg

Der Kibbelsteg besteht aus zwei Ebenen. Die untere kann man genauso gut in Szene setzen, wie die obere auch. Man kann die Blickwinkel und Bildausschnitte variieren. So ergeben sich immer neue Motive. Man sollte dazu den gesamten Kibbelsteg ablaufen, der sich vom Zollhafen bis zur HafenCity erstreckt.

 

 

 

 

Mit diesen Locations möchte ich einfach kleine Anreize für das Fotografieren in der Hamburger Speicherstadt geben. Es lohnt wirklich, sich Zeit zu nehmen und bewusst auf Details zu achten und verschiedene Blickwinkel auszuprobieren. Wenn ich das nächste Mal wieder dort bin, werde ich erneut losziehen, um dieses einzigartige Areal zu fotografieren. Dann hoffentlich bei besserem Wetter, so dass ich mir auch mehr Zeit nehmen kann.

 

Also, Kamera einpacken, raus gehen und fotografieren. Viel Spaß dabei.

 

Bis demnächst… Michael

 

Karte

 

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