Wer mit einer Fujifilm Kamera arbeitet und die RAF-Dateien in Lightroom entwickelt, wird feststellen, dass Adobe mit den Rohdaten der neuen der X-Trans-Sensoren von Fujifilm nicht 100%ig umgehen kann. Die entwickelten Bilder aus Lightroom sind einigermaßen scharf und detailliert, doch man kann aus den Fuji-Daten noch mehr rausholen. Aber wie soll das gehen?

Die Firma Iridientdigital betreibt eine Software, den Iridient Developer, der leider nur auf macOS läuft, nicht auf Windows. Dieser Developer ist ein RAW Prozessor, der momentan die besten Ergebnisse bei der Entwicklung der Rohdaten von Fujifilm Kameras liefert, was zahlreiche Tests von Profifotografen zeigen. Iridient hat jetzt aber ein Tool für Windows veröffentlicht (aktuell nur als Beta-Version), mit dem man die Fuji-RAF-Dateien in das Standardformat DNG konvertieren kann. Alles basierend auf den Algorithmen des Developers.

Das wollte ich testen. Ich wollte herausfinden, ob das kleine Tool aus den Rohdaten mehr rausholt, als Lightroom. Ob die Schärfung oder das Rauschen besser verarbeitet werden. Die Objektivkorrektur für die Fujifilm X-T2 ist in Lightroom aktuell noch gar nicht enthalten. Diesen Punkt konnte ich also nicht vergleichen.

Hier kann man sich die Software herunterladen: http://www.iridientdigital.com/products/xtransformer_download.html

 

Iridient X Transformer – Bedienoberfläche

Zuerst sollte man sich mit der Oberfläche vertraut machen, bevor man die ersten Bilder konvertiert. Auch wenn das Ganze auf Englisch ist, ist die Bedienung relativ einfach.

Hier Screenshots von den vier Reitern:

Die Voreinstellungen habe ich zum Testen bei allen auf „Default“ gelassen, nur den RAW Process habe ich auf „More Detailed“ gestellt. Die weiteren Einstellungen, könnt ihr den Screenshots entnehmen. Die Werte kann man natürlich seinen Vorstellungen entsprechend anpassen.

Nun gelangt man über den Button „Select Image(s) to convert“ zum Auswahlfenster. Wenn man die Bilder, die konvertiert werden sollen ausgewählt hat und auf „Öffnen“ klickt, beginnt sofort der Prozess, daher auch vor die Einstellungen prüfen. Die Bilder werden nicht zuerst in die Software geladen, es geht gleich los.

 

Iridient X Transformer – Leistungsanspruch

Ich habe für den Test 12 RAW-Dateien zum Konvertieren ausgewählt.

 

 

Der Entwicklungsprozess hat dann gleich erst mal meinen Rechner lahmgelegt, d.h. die Software hat 100% CPU Leistung beansprucht und etwa 6 GB Arbeitsspeicher. Ich denke mein PC entspricht dem Durchschnittsrechner der meisten Anwender, also sollte man sich dessen bewusst sein, dass dann parallel kein Arbeiten mehr möglich ist. Intel i7-User sollten da besser wegkommen.

 

 

Die ganze Konvertierung hat 1:50 min. gedauert. Angenommen, man möchte das Tool nutzen, um z.B. sämtliche Bilder einer Reise umzuwandeln, würde es wahrscheinlich Stunden dauern. Über Nacht laufen lassen ist da die beste Lösung.

Okay, Konvertierung abgeschlossen. Jetzt ging es an die Überprüfung der Leistung.

 

Iridient X Transformer – Die Ergebnisse

Die ausgegebenen DNG-Dateien habe ich anschließend in Lightroom importiert. Parallel dazu die originalen RAF’s von Fuji. Ich wollte eine Gegenüberstellung unter gleichen Bedingungen. Die neue Funktion von LR um 2 Bilder als Kandidaten miteinander zu vergleichen bietet sich da gut an.

Beide Bilder sind im jeweiligen Prozess leicht geschärft worden, aber sonst wurden keinerlei Änderungen vorgenommen.

Hier ein Screenshot aus LR in der 100%-Ansicht:

 

Hier noch ein weiteres in der 200%-Ansicht:

 

 

Fazit

Die Ergebnisse haben mich sehr gefreut, denn gerade in den Strukturen der Mauer sind die Details bei der DNG-Datei viel besser herausgearbeitet. Trotz der feineren Zeichnung ist das Luminanzrauschen aber gleich geblieben. Die Schärfeleistung der Iridient Software ist wirklich eine Verbesserung im Entwicklungsprozess der RAF Dateien von Fujifilm.

Ich werde den Konverter jetzt erst einmal weiter nutzen, bis Adobe die gleiche Leistung in Lightroom implementiert. Es entspricht zwar nicht meinen Vorstellungen, jedes Mal diese Wartezeit zu haben, aber für eine bessere Bildqualität nimmt man das doch in Kauf.

 

Ich hoffe ich konnte den Fujifilm-Besitzern, die mit der RAW-Entwicklung auch nicht ganz zufrieden sind, dieses doch sehr nützliche Tool etwas näher bringen. Wenn ihr Fragen, Anregungen oder eigene Erfahrungen habt, schreibt sie mir doch gerne als Kommentar zu diesem Artikel.

Bis bald… Michael

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den ausführlichen und informativen Bericht. Da ich seit langem ein Fuji X Benutzer bin will ich das Tool auch mal probieren. Weißt du ob es dafür einen Batchmodus gibt? Gerade wenn man mehrere Ordner am Stück (vielleicht über Nacht) rechnen lassen will, wäre das hilfreich. Leider finde ich nichts in der Doku dazu.
    Danke schon mal

    • Sorry, dass ich jetzt erst schreibe, bin in den letzten Wochen nicht auf meiner Website gewesen *peinlich*

      Danke für deinen Kommentar!
      Ich weiß leider nicht ob es einen Ordner-Batch gibt. Habe ich bisher noch nicht gebraucht. Ich lasse immer einen einzelnen Ordner im Ganzen konvertieren, in dem z.B. alle RAF-Dateien aus dem letzten Urlaub liegen. Bei mir sind es meistens ca. 2000-3000, je nachdem. Das dauert natürlich. Ich lasse es dann meistens auch über Nacht laufen. Ich hoffe du findest da eine Lösung. Alternativ kannst du ja den Entwickler von dem Tool anschreiben. Wenn es das bisher nicht gibt, wird es vielleicht beim nächsten Update ergänzt.

      Gruß
      Michael

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