Wenn man eine mehrwöchige Wandertour plant und dabei nur einen Rucksack hat, in dem alles verstaut werden muss, ist es gar nicht so leicht abzuwägen, was man braucht und auf was man verzichten kann. So geht es mir mit der Fotoausrüstung, die ich mit nach Island nehmen will.

 

Die Problematiken

Wenn ich in den Urlaub fahre, darf eines niemals fehlen – meine Kamera. Nun ist es ja so, dass es nicht alleine die Kamera ist. Dazu gesellen sich mehrere Objektive, Ersatzakkus, ein Stativ, Funkauslöser, ND-Filter mit Halterung, Polfilter, Ladegerät, Reinigungsmaterial, Ersatz-Speicherkarten im Schutzcase. Da kommen schon einige Kilos an Ausrüstung zusammen. Alles findet normalerweise bequem in einem meiner Fotorucksäcke platz.

Aber dieses Mal kann ich keinen Fotorucksack mitnehmen. Die Fotoausrüstung muss zusammen mit der gesamten Campingausstattung in meinem Trekkingrucksack Platz finden. Das hat mich vor ein Problem gestellt.

Nicht nur das, sondern die Fotosachen sollen im Flugzeug ins Handgepäck. Zu groß ist mir das Risiko, dass im Rucksack etwas kaputt gehen kann. Man hört immer wieder, wie an den Flughäfen mit dem aufgegebenen Gepäck umgegangen wird. Einer unserer Koffer kam nach dem letzten Flug auch relativ ramponiert am Gepäckband an.

Also brauchte ich eine herausnehmbare Tasche, in die aber auch möglichst viel passen sollte. Als ich den Trekkingrucksack das erste Mal „live“ gepackt hatte (so wie ich in Island laufen würde), wurde mir schlagartig bewusst, dass kaum noch Platz für Kamera & Co. übrig war. Also musste ich erstmal festlegen, was überhaupt mit nach Island muss.

Ein weiteres Problem stellt die Stromversorgung dar. In den Schutzhütten im isländischen Hochland gibt es (fast) keinen Strom. Aber wie soll man die elektronischen Geräte aufladen? Langzeitbelichtungen und eventuell auch einige Videoaufnahmen werden die Akkus schnell leersaugen. Ich habe 3 Ersatzakkus. Aber irgendwann muss man laden. Auch das musste ich lösen.

 

Meine Kamera-Ausrüstung für Island

Etwas auszusortieren ist nicht leicht. „Es könnte sich ja eine Gelegenheit bieten, bei der ich das…, das… und das… brauche, um das perfekte Foto zu machen!“ Von der Denke musste ich mich verabschieden. Somit ist auch gleich mein 50-140mm Teleobjektiv mit knapp 1 Kilogramm raus geflogen, da ich auf den langen Telebereich am einfachsten verzichten kann. Mit dem 16-55mm decke ich immer noch einen guten Brennweitenbereich ab (KB 24-80mm). Es muss dann einfach ausreichen.

Da ich in Island natürlich die Wasserfälle fotografieren will, muss auch ein ND-Filter zusammen mit einer Halterung mit. Dafür bleiben alle Grauverlaufsfilter zu Hause. Sollte es mal einen tollen Sonnenuntergang geben, mache ich einfach eine Belichtungsreihe und erziele so die höhere Dynamik. In dem Zusammenhang darf der Fernauslöser nicht fehlen. Und Langzeitbelichtungen funktionieren nur mit Stativ. Da habe ich zum Glück ein Leichtgewicht, denn das Sirui T-1205X wiegt mit Kugelkopf gerade einmal knapp 1200g.

Das ist nun meine Fotoausrüstung für Island:

 

  • Kamera: Fujifilm X-T2
  • Objektive: Fujinon XF10-24mm / XF16mm / XF16-50mm
  • Sirui T-1205X Reisestativ
  • Sirui K10X Kugelkopf
  • Lee Filterhalter 100mm-System
  • Lee Weitwinkel-Adapterringe
  • Rollei ND-Filter (6 + 10 Stops)
  • Pantona Ersatzakkus für X-T2
  • Lexar 1000x SD Karten (2x 128GB, 2x 64GB)
  • Haehnel Giga T Pro II Funkfernbedienung
  • Wintec GPS-Tracker WBT-202
  • Lemix USB-Ladegerät für Kameraakkus
  • Hama Blasebalg

 

Die Stromversorgung

Ein nicht unerhebliches Thema. Durch den elektronischen Sucher in meiner Kamera, ist der Stromverbrauch auch höher und ich bin gezwungen, die Akkus schneller wieder aufzuladen. Wie schon geschrieben, gibt es in Island in den Schutzhütten keinen Strom (bis auf die großen Hochlandzentren wie Þórsmörk, Landmannalaugar oder Hveravellir). Aber ich brauchte eine eigene Lademöglichkeit.

Kurzum habe ich mir ein faltbares Solar-Ladepanel gekauft. Dieses Panel hat zwei USB-Anschlüsse mit je 2A Ausgangsstrom, also vollkommen ausreichend zum Laden von zwei Geräten parallel. Muss halt nur noch die Sonne scheinen. Das Panel kann ich über kleine Karabiner außen am Rucksack befestigen, so dass ich während der Wanderung laden kann. Ich hoffe, dass ich so durch den Urlaub komme und immer volle Akkus habe.

Die Tasche

Ein Problem war ja immer noch, worin ich alles transportieren würde. Nach etwas recherche bin ich auf die Tasche Aqua-Cam L von Ortlieb gestoßen. Ortlieb ist vorallem für die Eigenschaft „wasserdicht“ bekannt. Für das isländische Wetter war mir das sehr willkommen. Also gleich bestellt.

Ich war nach dem Auspacken erst einmal etwas skeptisch, ob denn wirklich alles Platz darin hätte. Würde sich ja herausstellen. Die Tasche ist hochwertig verarbeitet und innen gepolstert. Zudem gibt es einige Einlagen zur Abtrennung. Ich weiß nicht, ob ich den Schultergurt mitnehme, aber es gibt jedenfalls einen dazu.

Überrascht war ich, als die ganzen Sachen (außer dem Stativ), gut in der Tasche Platz fanden. Noch den Zipper geschlossen und et voilá, ich hatte meine Island-Tasche! Über Schlaufen, kann ich sie bequem an meinem Rucksack befestigen und habe so immer schnell Zugang zur Ausrüstung.

 

Tja, was soll man sagen. Bis hierher ist alles Theorie. Ich habe die Thematik gut und lange durchdacht, aber ob es sich in der Praxis auch so bewährt, wird sich in ein paar Wochen zeigen. Ich bin sehr gespannt.

 

 

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