Ein landschaftliches Highlight im Südwesten der USA, sind die „Arches“ – natürliche Felsbögen in ganz verschiedenen Formen und Anordnungen. Berühmt ist der Arches National Park in Utah. Der für mich schönste und beeindruckendste Felsbogen, heißt Corona Arch. Er steht aber nicht in dem National Park. Das ist auch gut so. In meinem Beitrag erfahrt ihr alles wissenswerte über den Corona Arch.

Wie finde ich den Corona Arch?

Wie oben angedeutet, findet man den Corona Arch nicht im berühmten Arches National Park in Utah, wo unter anderem das Wappen von Utah steht, der Delicate Arch. Wo der Park 20 $ Eintritt kostet, ist der Corona Arch hingegen kostenfrei zu besichtigen und befindet sich auch nicht weit vom Arches National Park entfernt. So kann man den Park mit seinen Felsbögen besuchen, sehenswert ist er in jedem Fall, und die Wanderung Corona Arch einfach mit dran hängen.

Jetzt habt ihr schon das Wort Wanderung in Verbindung mit dem Corona Arch gehört. Genau. Aber eins nach dem anderen. Ausgangspunkt ist eigentlich immer die Stadt Moab, der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Gegend. Von dort aus fährt man nur ein kurzes Stück auf der US-191 nach Nordwesten und biegt links in die UT-279 in Richtung Potash ein. Dieser Straße folgt man parallel zum Colorado River für 13 Meilen, bis man auf der rechten Seite den Wanderparkplatz sieht. Auf der anderen Straßenseite schräg gegenüber, liegt der Gold Bar Campground (nur zur Orientierung).

Hier findet ihr die Route von Moab zum Wanderparkplatz.

Vom Wanderparkplatz aus folgt man immer dem relativ gut markierten Weg. Gleich zu Beginn führt er ein steilen Hang aufwärts, dann über Bahnschienen (hier bitte unbedingt auf herandonnernde Züge achten!!). Der Weg folgt dem streckenweise steil ansteigenden Gelände, bis man auf eine höhere Ebene kommt. Hier kann man erstmal ein Stück bequem wandern. Dabei sollte man aber immer gut auf die dunkelgrünen Markierungen auf dem Boden achten, um den Weg nicht aus Versehen zu verlassen. Nach einer Weile gelangt man an eine Felswand, die man mithilfe von Seilen und in den Fels gehauenen Stufen „erklimmen“ muss. Sieht von unten schlimmer aus, als es ist. Und ein kurzes Stück weiter noch eine etwas wackelige Leiter hoch, dann ist der Corona Arch schon in Sichtweite. Für die 1,7 Kilometer benötigt man etwa 30-40 Minuten.

Hier findet ihr den Trail.

Auf unserer letzten USA-Reise verbrachten wir den Tag erst im Arches National Park mit schönen Wanderungen und sind zum Sonnenuntergang in Richtung Corona Arch gefahren. Zeitlich gesehen hab ich mich dabei etwas verschätzt. Denn wir kamen leider erst an, als die Sonne schon hinter der umliegenden Bergkette versunken war. Aber es war nur das direkte Licht weg, nicht die goldene Färbung im Abendhimmel. So konnte ich dennoch tolle Aufnahmen machen. Allerdings ist das Fotografieren nicht ganz einfach dort. Warum?

Wie fotografiert man am Corona Arch?

Der Felsbogen liegt in einem Gelände, welches im oberen Teil erst leicht, weiter unten dann steil abfällt. Somit kann man sich eigentlich auch nur unmittelbar auf der Höhe des Felsbogens bewegen. Nach oben hin begrenzt die Felswand, nach unten der Canyon. Es bieten sich zum Fotografieren also zwei Möglichkeiten: zum einen von Westen, zum anderen von Osten. Es lässt sich also gut der Sonnenaufgang, aber auch der Sonnenuntergang aufnehmen, und man kann dabei immer den Felsbogen im ganzen Ausmaß ins Bild integrieren.

Die Schwierigkeit besteht auch darin, dass der Corona Arch sehr groß ist. Um einen schönen Bildaufbau mit Vordergrund, Felsbogen und Hintergrund zu gestalten, benötigt man ein Weitwinkelobjektiv. Eigentlich sogar ein Ultra-Weitwinkel. Brennweiten von 14mm bis 24mm sind am besten geeignet.

Wenn man vor Ort ist, sollte man sich die Zeit nehmen, um das Gelände zu erkunden. Ich nehme dazu nur meine Kamera und laufe kreuz und quer umher, schaue immer wieder auf den Bildausschnitt, bis ich denke, dass alle Elemente gut platziert sind. Anschließend hole ich das Stativ, baue alles auf, kontrolliere die Einstellungen und beginne zu fotografieren. In meine Komposition wollte ich eine kleine Kiefer in den direkten Vordergrund positionieren. Daraus ergab sich das Problem mit dem Fokus, denn entweder ist der Vordergrund scharf, oder der Felsbogen im Hintergrund, es hat auch keine Blende 16 geholfen. Außerdem leidet bei dieser kleinen Blende die Schärfe des Bildes. Also kam ich nicht drumherum zwei Aufnahmen zu machen, einmal mit dem Fokus auf den Vordergrund, danach mit Fokus auf dem Felsbogen. In Photoshop habe ich dies relativ unkompliziert zusammengefügt und erhalte so eine durchgängige Schärfe.

Der Himmel war an dem Abend eher langweilig, weil nicht eine einzige Wolke zu sehen war. Wolken reflektieren ansonsten sehr schön das untergehende Licht der Sonne und leuchten oft in intensiven Farben. Das fehlte mir, wie auch fast während unserer gesamten Reise, weil wir durchgängig strahlend blauen, wolkenlosen Himmel hatten. Ja ja, ich weiß, meckern auf hohem Niveau. Aber ich liebe dramatische Wolken in Verbindung mit Sonnenuntergängen. Nun gut.

Was das Bild für mich dennoch interessant gemacht hat, waren die tollen Farben im Himmel. Über dem Horizont das restliche goldgelbe Licht, wo die Sonne unterging, dann in perfektem Verlauf bis hin in den violett-blauen Abendhimmel. So war meine Enttäuschung den eigentlichen Sonnenuntergang verpasst zu haben, letztendlich nicht mehr groß. Und grundsätzlich versuche ich sowieso immer das Beste aus der gebotenen Situation zu machen.

Meine Aufnahme vom Corona Arch

Corona Arch, Utah

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