Auf unserem USA Roadtrip durch den Südwesten, war der Besuch des Death Valley Pflichtprogramm. Was man dort fotografieren kann und was man bei einem Besuch beachten sollte, beschreibe ich in folgendem Beitrag.

Der Mythos Death Valley

Das Death Valley, seit 1994 ein auch National Park, liegt in der Mojave Wüste und gehört größtenteils zu Kalifornien und zu einem kleinen Teil zu Nevada. Das Death Valley zählt zu den heißesten und trockensten Gegenden der Erde. Das „Tal des Todes“ ist von Gebirgsketten umgeben. Die feuchten Winde vom Pazifischen Ozean bleiben am westlichen Gebirge hängen, regnen sich ab, so dass im Tal praktisch keinerlei Feuchtigkeit mehr ankommt.

Im Juli 1913 wurden im Tal 56,7 Grad Celsius gemessen, die bisher höchste Temperatur in der Datenerfassung. Außerdem wurde dort im Juli 2012 die höchste nächtliche Tiefsttemperatur von 41,7 Grad Celsius erfasst. Daran erkennt man schnell, dass der Juli kein so geeigneter Monat ist, um das Death Valley zu erkunden. Allgemein sind die Sommermonate nicht sehr zu empfehlen, solange man diese Sauna-Temperaturen nicht extrem gern hat. Wir waren Mitte Oktober dort und es herrschte das perfekte Klima, um die Landschaft ausgiebig zu erkunden.

Da das Death Valley ein National Park ist, kostet es natürlich Eintritt. Wie bei jedem National Park, kann ich nur den Kauf des „Annual Pass“ empfehlen, der 80$ kostet und 1 Jahr gültig ist. Mit diesem Pass kann man alle National Parks in Amerika besuchen. Der Eintritt kostet regulär 20$ pro Auto und Park. Ab dem fünften Parkbesuch wäre jeder weitere Eintritt in einen National Park praktisch frei. Den Pass bekommt man online oder kauft ihn beim ersten Parkbesuch direkt an der Kasse.

Übernachten im Death Valley

Direkt im National Park gibt es die Hotels „The Inn at Death Valley“, „The Ranch at Death Valley“ und das „Stovepipe Village Hotel“. Alle anderen Hotel liegen außerhalb, aber recht nah zum Park. Die Preise variieren je nach Jahreszeit und sind aufgrund mangelnder Konkurrenz nicht günstig.

Unsere Wahl war natürlich der Campingplatz, da wir auf unseren Roadtrips immer mit dem Zelt unterwegs sind. Die Campingplätze werden in den Sommermonaten gesperrt, sonst würde es wahrscheinlich jedes Jahr mehrere Hitzetote geben.

Wir zelteten auf dem Furnace Creek Campground. Der Platz liegt relativ zentral im Tal und bietet eine gute Augangslage, um die Highlights zu erkunden. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Visitor Center und eine Tankstelle für Notfälle (das Benzin ist hier doppelt so teuer wie außerhalb des Parks).

Darum mein Tipp: tankt das Auto vor dem Park voll, egal wie viel noch drin ist, damit ihr auf jeden Fall genügend Reserve habt. Wenn man mehrere Tage dort bleibt, verbraucht man doch einiges an Sprit beim herumfahren und es könnte je nach Auto irgendwann knapp werden.

Auf dem Furnace Creek Campground bezahlt man am Eingang an einem Automaten die Gebühr (16$ pro Zelt und Nacht). Vor dem Bezahlen muss man die Loops abfahren sich einen freien Stellplatz suchen und das Auto auf dem dazugehörigen, nummerierten Parkplatz parken. Ist der Platz belegt, hängt ein Zettel an der Säule direkt am Parplatz mit dem Buchungsdatum. Man sollte auf das Datum schauen, denn manche nehmen die Zettel nicht weg, wenn sie fahren. Mit der Platznummer geht man anschließend zurück zum Automat zum Bezahlen. Damit ist der Platz dann fest reserviert. Die Stellplätze für die Zelte liegen im Gelände hinter den Parkplätzen verteilt. Die Nummer des Zeltplatzes findet man am jeweiligen Feuerring.

Die Sanitäreinrichtungen sind extrem einfach und leider nicht immer sauber. Außerdem gibt es kein Licht, so dass man in der Dunkelheit immer eine Lampe mitnehmen muss, wenn man zur Toilette möchte. Aber mangels Angebot nimmt man diese Umstände halt so hin. Als Zelter ist man solche Zustände, manchmal sogar noch miesere, meistens eh schon gewohnt. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Die Natur entschädigt alles. Jedenfalls war es bei uns so.

Fotografieren im Death Valley

Wegen dem Landschaftsbild wollte ich unbedingt hin. Fotografieren. Aber was? Jeder kennt den Namen Death Valley, aber die meisten wissen nicht, was man dort genau sehen kann und vor allem, was man unbedingt fotografieren sollte. Und vielleicht auch nicht wie. Darum gebe ich euch hier einen kleinen Überblick über die Highlights, die auf meiner Liste zum Fotografieren standen und kleine Tipps dazu.

Badwater Basin

Mit 85,5 Metern unter dem Meeresspiegel tiefster Punkt der USA. Das besondere in dieser Tiefebene sind die Strukturen der Salzkristalle, die sich auf dem Boden gebildet haben. Das Salz ist die Ablagerung eines ausgetrockneten Sees, der vor einigen tausend Jahren bis zu 200 Meter tief war. Die Kristalle lagern sich in rautenförmigen Mustern ab, welche toll als visuelles Gestaltungsmittel benutzt werden können.

Meine Empfehlung für tolles Licht ist am späteren Nachmittag hinzufahren. Man sollte auch bedenken, dass man vom Parkplatz aus etwa 1,5 Kilometer schnurgerade in die Salzpfanne hineinlaufen muss, bevor man überhaupt diese tollen Strukturen findet. Der Weg zieht sich hin und man unterschätzt die Distanz, wenn man nur geradeaus läuft. Darum muss man einfach frühzeitig dort sein.

Zum Fotografieren kann man das goldene Licht der Nachmittagssonne nutzen und dann natürlich den Sonnenuntergang. Die Farben am Himmel sind gigantisch, selbst wenn keine Wolke zu sehen ist. Aber das Licht ist extrem schnell weg, so dass man den Bildaufbau gut planen muss. Auch deswegen zahlt es sich immer aus, rechtzeitig dort zu sein. Bedenken muss man in jedem Fall immer die Temperatur. Denn es gibt absolut keinen Schatten. Und auch „nur“ 30°C können manche hier an Grenzen bringen, wenn man der Sonne gnadenlos ausgesetzt ist. Nehmt immer ausreichend Wasser mit. Wir hatten für die relativ kurze Zeit, vom späten Nachmittag bis Sonnenuntergang, pro Person 2 Liter dabei. Wohlgemerkt, dass wir im Oktober dort waren.

Die tief stehende Nachmittagssonne erzeugt ein tolle Licht im Badwater Basin
Kurz bevor die Sonne hinter den Bergen verschwand
Kurz nach Sonnenuntergang entstehen fantastische Farben
Kurz nach Sonnenuntergang entstehen fantastische Farben

Mesquite Flat Sand Dunes

Kurz vor Stovepipe Wells liegen die Mesquite Flat Sand Dunes. Auf einem Areal von gerade einmal 4 km² findet sich ein Eldorado für Fotografen, die schon immer mal Sanddünen fotografieren, aber dafür nicht extra nach Afrika oder in die Arabischen Emirate fliegen wollten. Im Death Valley bekommt man dieses Erlebnis on top dazu.

Am Parkplatz steht gleich ein Schild, dass man sich dort wegen den hohen Temperaturen nach 10 Uhr morgens nicht mehr aufhalten, bzw. spazieren gehen sollte. Doch als wir im Oktober hinfuhren, war die Temperatur vor Sonnenaufgang so niedrig, dass ich sogar mit Vliesjacke und Mütze zum Fotografieren losgezogen bin. Da wirkte dieses Schild vollkommen absurd und skurril. Im Sommer dagegen absolut notwendig und möglicherweise lebensrettend.

Wie immer gilt auch hier, so früh da zu sein, wie möglich. Ich musste weit in das Gebiet hinein- und damit über viele Dünen drüber laufen, bis ich den Bereich gefunden habe, wo keine, bzw. kaum Fußspuren zu sehen waren. Herrscht nachts stärkerer Wind, werden diese Spuren vom Vortag überall schön verwischt, aber wir hatten die ganze Nacht Windstille. Viele Besucher laufen zum Glück nur ein Stück weit und kehren dann um. Darum sollte man einfach weiter laufen. Man wird schon fündig. Und die schönsten Dünen liegen auch sowieso im hinteren Teil des Areals.

Die Sanddünen bieten dann die Möglichkeiten entweder als großes Ganzes in Szene gesetzt zu werden, oder in den Bildausschnitt hinein zu zoomen und mit den Strukturen, Formen, Licht und Schatten zu spielen. Das ergibt eine schöne Mischung für das persönliche Portfolio. Meine verwendeten Brennweiten, lagen bei 24 bis hin zu 500 Millimetern. Jedem wird ein großer Spielraum an Optionen geboten. Schwer zu zeigen sind die Dimensionen, so lange man keine Person im Bild sieht. Da ich keine Personen auf meinen Aufnahmen haben möchte, nehme ich in Kauf, dass man die Größenverhältnisse der Dünen schwer erkennt.

Kurz nach Sonnenaufgang wirken die Dünen besonders toll, durch das Spiel zwischen Licht und Schatten.
Kurz nach Sonnenaufgang wirken die Dünen besonders toll, durch das Spiel zwischen Licht und Schatten.
Trotz blauem Himmel hat man am frühen Morgen ein tolles, warmes Licht auf den Dünen.

Zabriskie Point

Von Las Vegas aus kommend wird man wahrscheinlich automatisch den ersten Stopp am Zabriskie Point einlegen. Weil man unterbewusst immer dort hält, wo schon viele Autos parken und weil er praktischerweise direkt neben der Straße liegt. Aber es lohnt sich wirklich. Vom Parkplatz aus läuft man nur einen kleinen Hügel hinauf und steht sofort auf der Aussichtsplattform, von der man einen tollen Rundumblick auf die bizarren Errosionslandschaften hat. Die Formationen sind abgelagerte Sedimente eines ausgetrockneten Sees. Es ist schwer die Szene im ganzen fotografisch festzuhalten, dafür ist der Bereich zu breit, höchstens als Panorama. Ich habe eher versucht mich auf Ausschnitte zu konzentrieren. Da kann man viel entdecken.

Warmes Sonnenlicht am späten Nachmittag

Dante’s View

Wenn man im Badwater Basin gewesen ist und die Salzformationen aus nächster Nähe gesehen hat, sollte man auch zum Dante’s View hochfahren. Auf einer Höhe von 1669 Metern über dem Meeresspiegel, hat man einen fantastischen Blick über die Tiefebene mit dem Badwater Basin und weitere Teile des Death Valley. Wer aus dieser Höhe noch die Menschen im Basin erkennen kann, die wie kleine Flöhe in der Salzpfanne herumlaufen, bekommt ein Gefühl der weiten Dimensionen.

Ich finde, man muss nicht unbedingt zum Sonnenuntergang oder -aufgang hochfahren. Uns hat einfach der tolle Ausblick gefallen, den wir entspannt genossen haben.

Blick vom Dantes View (1669 müNN) auf das Badwater Basin (-85,5 müNN)
Blick vom Dantes View (1669 müNN) auf das Badwater Basin (-85,5 müNN)

Fazit

Eine super Reisezeit für das Death Valley ist der Oktober. Die Temperaturen sind tagsüber noch angenehm und nachts niedrig genug, dass auch das Zelten keine Probleme bereitet. Es ist zwar möglich, dass der Besucherandrang dadurch höher ist, aber das muss man leider in Kauf nehmen, wenn man solche Highlights sehen möchte.

Das Fotografieren im Death Valley macht unheimlich viel Spaß. Aber man sollte immer die Fahrtzeiten einkalkulieren, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Nur so kann man das Fotografieren stressfrei gestalten und verpasst auch keine Gelegenheit mit den besten Lichtverhältnissen.

Auch wenn der Furnace Creek Campground von mir allenfalls 3 von 5 Sternen bekommt, bietet er eine super Ausgangslage für das Valley.

Wir waren zwei Tage (Nächte) dort. Das hat uns ausgereicht. Es gibt noch einige Sehenswürdigkeiten mehr, z.B. den Devil’s Golfcourse (war mir zu uninteressant) oder die Raceway Playa (Straße war gesperrt), die wir aber nicht besuchten.

Auf einem USA Roadtrip muss man gut planen, um von der Route möglichst viel zu sehen und das Death Valley war eben nur eine der vielen Stationen. Aber eine absolute Empfehlung. Wenn sich euch also die Gelegenheit bietet, nutzt sie, fahrt hin und macht schöne Fotos.

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