Der Mesa Arch ist eines der meist fotografierten Motive in Amerika und darf eigentlich auf keinem Roadtrip durch den Südwesten der USA fehlen. Was den Mesa Arch so besonders macht und was es beim Fotografieren für Herausforderungen gibt, beschreibe ich in folgendem Bericht.

Allgemeines

Der Mesa Arch ist ein natürlicher Felsbogen im Canyonlands National Park in Utah. Das englische Wort „Mesa“ bedeutet so viel wie Hochebene, oder Hochplateau. Der Felsbogen befindet sich auf einem Hochplateau direkt an einer Sandsteinklippe, die 300 Meter steil in die Tiefebene der Canyonlands abfällt. Der Bogen hat in etwa eine Breite von vielleicht 12-14 Metern und eine Höhe von 3-4 Metern. Es ist kein so imposanter Steinbogen, wie der Corona Arch, oder der Delicate Arch, aber die Lage ist sehr besonders. Mehr dazu später.

Von der Stadt Moab aus erreicht man den Parkplatz in etwa einer Stunde Autofahrt. Von dort aus sind es nur noch 800 Meter zu Fuß, was also in etwa 10 Minuten zu schaffen ist. Da der Mesa Arch im National Park liegt, muss man natürlich die 20$ Eintritt für den Park bezahlen.

Mehr Infos zum Mesa Arch findet ihr auf der Website: https://www.nps.gov/thingstodo/cany-mesa-arch.htm

TIPP: Wer in seinem Urlaub mehrere Nationalparks erkunden möchte, dem kann ich nur den „America the Beautiful – Annual Pass“ empfehlen, also die Jahreskarte für die Nationalparks und andere Erholungsgebiete. Der Pass kostet 80$. Bei 30$ Eintritt pro National Park, hat man die Kosten beim dritten Parkbesuch wieder drin. Jeder weitere Park ist dann quasi kostenfrei. Wir haben während unseres Urlaubs auf diese Art etwa 120$ gespart. Den Pass kauft man sich einfach beim ersten Parkeintritt an der Rangerstation, bzw. dem Kassenhäuschen, oder auch online. Man kann ihn auch an eine zweite Person weitergeben, wenn z.B. Freunde innerhalb des Jahres auch eine Amerika-Reise machen. So kann noch mal Kosten sparen.

Fotografieren am Mesa Arch

Der Bogen alleine hätte niemals so einen Hype ausgelöst und ihn so populär gemacht, wie er heute ist. Das besondere ist die Ausrichtung zur Tiefebene und der Himmelsrichtung. Denn der Sonnenaufgang findet direkt hinter dem Mesa Arch statt. Man kann die aufgehende Sonne praktisch durch den Boden hindurch fotografieren und Teile der Tiefebene und der dahinter liegenden La Sal Mountains in das Bild integrieren. Dabei lässt die Sonne außerdem die Innenseite des Felsbogens in intensiven, orangenen Farbtönen leuchten. Das alles in Kombination, führt zu einem einzigartigen Fotomotiv.

Jetzt gibt es einen Haken an der Sache. Wie schon erwähnt, ist der Mesa Arch nicht sehr groß, bzw. breit. Man muss recht nah an den Bogen herangehen, um durch ihn hindurch die aufgehende Sonne und die Landschaft zu fotografieren. Das ergibt in Summe wenig Platz für die Fotografen. Wenn es wenig Platz gibt, muss man sehr früh vor Ort sein, um sich seinen Platz zu sichern. Das bedeutet für den Sonnenaufgang, dass man mindestens 1,5-2 Stunden vorher an Ort und Stelle steht. Sonst wird es nichts. So ist das am Mesa Arch leider.

Wahrend meiner Reise, fand der Sonnenaufgang um 7:20 Uhr statt. Bei völliger Finsternis traf ich etwa um 5:20 Uhr am Parkplatz ein und dachte, es sei früh genug. Aber es standen schon viele Autos dort und ich ahnte schon was kommt. Die Stirnlampe aufgesetzt, Rucksack geschultert und los ging’s. Ich war keine zehn Minuten später am Mesa Arch und musste feststellen, dass schon fast die gesamte Breitseite von Fotografen belagert war. Gerade noch eben ergatterte ich einen guten, relativ zentralen Platz. Glück gehabt.

Jetzt hieß es aber noch fast zwei Stunden auf die Sonne warten. Wenn man seinen Platz verteidigen muss, und das ist hier leider so, wird die Wartezeit beim Rumstehen sehr lang. Da kommt man automatisch mit den Nachbarn rechts und links ins Gespräch, was sehr nett war. So erfuhr ich auch, dass eine asiatische Familie noch weiter links, schon um 3 Uhr in der Nacht vor Ort war, um ihren Platz zu belegen. Das ist verrückt, aber Realität.

Was soll ich sagen. Viele meiden solche Orte, aufgrund des extremen Andrang der Touristen. Aber ich bin so froh, dass ich trotz Bedenken, die ich auch hatte, hingefahren bin. Die Szene war absolut beeindruckend. Zuerst das indirekte Licht, dann direkt die aufgehende Sonne hinter dem Bogen. Die Lichtstimmung war fantastisch. Anders kann man es nicht beschreiben. Der Dynamikumfang war sehr hoch, daher nahm ich immer Belichtungsreihen mittels AEB (Auto Exposure Bracketing) auf. So habe ich die Möglichkeit in der Nachbearbeitung in Photoshop die ausgefressenen Bereiche mittels Luminanzmasken zu ersetzten. Die modernen Kameras haben mittlerweile so gute Sensoren, dass man manchmal sogar auf Belichtungsreihen verzichten kann. Aber sicher ist sicher.

Viele Leute kamen erst ganz kurz vor Sonnenaufgang an, also viel zu spät, um einen Platz in der „ersten Reihe“ zu bekommen. Sehr störend sind mir mehrere Asiaten aufgefallen, die wirklich ohne Rücksicht versucht haben, sich doch noch irgendwie zwischen uns zu drängen. Darunter sogar ältere Damen, die mit ihren Stativen gegen unsere stießen, was sie aber überhaupt nicht störte. Später kam sogar ein jüngerer, der sich durch die Stative quetschte, sich weit nach vorne beugte, um sein Foto zu machen, damit aber mindestens vier anderen Fotografen voll im Bild war. Dieses verbissene und rücksichtslose Drängeln, nach dem Motto „Ich zuerst und wo ich bin ist vorne“, hat mich sehr gestört und die anderen Fotografen auch, das konnte man sehen und hören.

Jetzt aber genug des Negativen. Wer an solchen landschaftlichen Highlights Bilder machen möchte, muss sich eben auf so etwas einstellen. Es hilft nichts. Es wäre nur schön, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, rücksichtsvoll miteinander umzugehen, damit es für jeden ein schönes Erlebnis wird. Mich fragten einige sehr nett, ob sie kurz an mir vorbei ein Handybild machen dürften. Gar kein Problem. Ich machte ihnen Platz und konnte anschließend selber weiter fotografieren. Und nachdem ich meine Bilder im Kasten hatte, packte ich alles ein und machte jemandem Platz, der hinter mir wartete. So sollte es eigentlich funktionieren.

Meine Bilder vom Sonnenaufgang am Mesa Arch

Erstes Licht hinter dem Mesa Arch kurz vor Sonnenaufgang
Sonnenaufgang hinter dem Mesa Arch über den La Sal Mountains
Panorama vom Masa Arch in voller Breite beim Sonnenaufgang

Und damit ihr seht, wie es hinter den Kulissen aussieht, hier noch einige Eindrücke (Smartphone Snapshots):

So sieht es hinter den Kulissen aus
So sieht es hinter den Kulissen aus

Fazit

Ein Roadtrip durch den Südwesten der USA wäre nicht komplett, ohne den Mesa Arch zu besuchen. Der Sonnenaufgang ist das Highlight, aber auch zu anderen Tageszeiten ist er absolut sehenswert. An den vielen Touristen darf man sich in Amerika nicht stören, es wird auch in Zukunft nicht mehr anders sein. Aber diese landschaftlichen Highlights sind einfach viel zu grandios, als dass man sie deshalb auslässt. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass ein Besuch ein schönes Erlebnis für sich und alle anderen wird.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare