Beitragsbild Monument Valley

Ein echter Western wäre keiner, ohne die markante Kulisse des Monument Valley mit seinen unverkennbaren Felsen. Die meisten haben schon mal ein Bild davon gesehen, kannten aber vielleicht den Namen nicht und wissen auch nicht wo dieses Tal genau liegt. Auf unserem USA Roadtrip war es natürlich Pflicht hinzufahren, um dieses Highlight zu besuchen.

Monument Valley – Noch nie gehört?

Auch wer den Namen bislang noch nicht gehört hat, gesehen hat das Monument Valley auf einem Bild oder im Film bestimmt fast jeder schon. Mindestens alle, die einen der berühmten Westernfilme gesehen haben, wie z.B. Spiel mir das Lied vom Tod, Missouri, Der schwarze Falke, Butch Cassidy & Sundance Kid oder Lone Ranger. Aber auch Szenen anderer Kinofilme wurden dort gedreht. Dazu gehört Zurück in die Zukunft 3, Die schrillen vier auf Achse (mit Chevy Chase) und Forrest Gump. Ebenfalls trug die Werbung einer Tabakfirma dazu bei, dass unterbewusst jeder den Wilden Westen oder Cowboys mit dem Monument Valley in Verbindung bringt.

Das Monument Valley liegt an der Grenze der Bundesstaaten Utah und Arizona und gehört zur Navajo-Nation-Reservation, einer autonom verwalteten Region der Navajo-Indianer. Etwa 300 Navajo leben heute dort und pflegen ihre alten Traditionen. Da es ihr Territorium ist, besteht ihr Einkommen zum Lebensunterhalt natürlich aus der Vermarktung dieser tollen Landschaft für den Tourismus, denn es ist ein absoluter Besuchermagnet.

So kostet der Eintritt gleich mal 20 Dollar pro Auto. Es gibt ein Visitor Center mit Resataurant, Souvenir Shop und Navajo-Austellung, wo es unter anderem um die Sprache der Navajo geht und wie sie im 2. Weltkrieg eingesetzt wurden, um mit ihrer Sprache Nachrichten zu übermitteln, welche die Feinde nicht entziffern, bzw. verstehen konnten. Sozusagen das amerikanische „Enigma“.

Das Markanteste in dem Tal sind drei freistehenden Tafelberge. Sie heißen West Mitten Butte (ausgesprochen: bjuht), East Mitten Butte und der Merrick Butte. Sie sehen aus, wie überdimensionale Hüte, die in der Wildnis herumliegen.

Es gibt die Möglichkeit eigenständig mit dem Auto durch das Valley zu fahren, um die Landschaft ganz nah zu erleben. Dazu sollte man ein geländegängiges Fahrzeug besitzen. Wer langsam und vorsichtig fährt kann es auch mit einem „normalen“ Auto versuchen, aber es ist nicht wirklich empfehlenswert, weil es über Stock und Stein geht. Und wer ein Mietauto fährt und keine entsprechende Versicherung gegen Steinschlag hat, sollte es sich sehr gut überlegen, diese Schotterpiste zu befahren.

Die Öffnungszeiten des Valley Drive, wie die Schotterstraße heißt, sind von Mai bis September 6-20 Uhr und von Oktober bis April 8-17 Uhr. Außerhalb der Zeiten wird eine Schranke geschlossen. Der Valley Drive ist im Eintrittspreis mit enthalten.

Wer den Valley Drive auf diese Weise nicht machen kann (oder will), hat die Option eine geführte Tour bei den Navajo zu buchen. Wir haben das nicht getan, daher kann ich auch weiter nichts dazu schreiben. Es gibt im Internet aber ausreichend Infos dazu (hier klicken).

Die schönste Aussicht auf die berühmten Felsen, hat man allerdings vom banalsten Platz aus, nämlich direkt oben am Visitor Center, unmittelbar neben dem großen Parkplatz. Das bedeutet natürlich zum Sonnenaufgang und noch mehr zum Sonnenuntergang einen hohen Besucherandrang. Jeder möchte dieses spezielle Bild machen. Aber zur Entwarnung: es gibt wirklich viel Platz „da oben“. Man braucht also keine Angst haben, dass die besten Plätze schnell belegt sind, wie es bei so vielen anderen Foto-Spots in Amerika leider ist. Die Kulisse des Monument Valley ist so breit, da findet jeder einen Fleck, um eine gute Sicht zu erhalten.

Übernachten im Monument Valley

Im kleinen Ort Oljato-Monument Valley, direkt vor den Toren des Reservats, gibt es diverse Hotels und Motels, dazu auch Campingplätze. Um die Zeit optimal und in vollen Zügen zu nutzen, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten direkt im Monument Valley zu übernachten. Direkt am Visitor Center gibt es die komfortable Übernachtungsmöglichkeit mit dem vielversprechenden Namen „The View Hotel“. In dieser Premium-Lage ist es nicht verwunderlich, dass die Preise hoch sind, um nicht zu sagen gesalzen. Zu den besten Reisezeiten kostet ein einfaches Doppelzimmer schnell mal 230-300 Dollar pro Nacht.

Eine Alternative bietet der Campingplatz „The View Campground“. Die Navajo haben hier unter anderem einige kleine Holzhütten errichtet, die Platz bis zu vier Personen bieten, einige auch bis zu fünf. In der Hauptreisezeit liegt der Preis bei ca. 200 Dollar für eine Standard-Hütte, aber bei vier Personen ist das natürlich wesentlich günstiger als das Hotel. Viele sagen, von den Cabins hat man einen noch schöneren Blick auf das Valley, als vom Hotel aus. Außerdem hat jede Cabin eine Veranda, ein eigenes WC und Dusche.

Der Campground hat zudem aber auch viele Stellplätze für Wohnmobile, allerdings ohne direkten Blick ins Valley.

Unsere Variante war eine ganz andere. Der Campground bietet für Zelte die Möglichkeit direkt in den „Sanddünen“ unterhalb Platz zu beziehen, wodurch man eine absolut unverbaute Aussicht auf das Monument Valley hat. Man öffnet morgens den Reißverschluss des Zelts und blickt direkt auf die grandiose Kulisse mit den riesigen Felsen. Diese Aussicht bieten die anderen Schlafoptionen auch, aber jetzt kommt der unschlagbare Aspekt: für zwei Personen haben wir pro Nacht und Zelt nur 21 Dollar bezahlt. Es gibt zwar keine eigene Dusche und WC, aber all das ist in einer großen Hütte vorhanden und ist im Preis inbegriffen. Jetzt kann sich das jeder selbst ausrechnen, wo man am günstigsten schläft…

Fotografieren im Monument Valley

Warum ich dorthin musste, ist natürlich die Fotografie. Diese Kulisse in Verbindung mit einem Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang, stand weit oben auf meiner Liste. Da wir das Monument Valley auf der letzten Tour durch den Westen der USA ausgelassen hatten, war es dieses Mal Pflicht.

Nachdem wir den späten Nachmittag gemütlich am Visitor Center im Restaurant auf der Terrasse verbracht haben, war mein nächster Plan den Sonnenuntergang zu fotografieren. Dieser fand etwa um 18:45 Uhr statt. Ich packte also rechtzeitig meine Ausrüstung und ging gemütlich vom Zelt zu dem Punkt, den ich mir im Vorfeld ausgesucht hatte. Es waren schon einige Fotografen vor Ort und ich konnte mich bequem einreihen, mein Stativ aufbauen und den Bildausschnitt kontrollieren. Als ich dann meine endgültige Position hatte, bemerkte ich, dass es um mich herum immer voller wurde. Und zwar relativ schnell.

Das Licht wurde langsam golden. Ich zoomte in die Szene und fotografierte die Buttes einzeln, sozusagen als Portrait. Dann die gesamte Szene und schneller als ich schauen konnte, war das direkte Licht verschwunden. Viele packten ihre Sachen ein und gingen zurück zu den Autos. Wenn ich eins gelernt habe, dann einfach noch stehen zu bleiben. Und auch dieses Mal hat es sich ausgezahlt. In meinen Augen war das anschließende, indirekte Licht, welches wie ein Alpenglühen wirkte, noch viel eindrucksvoller. Diese erst leichte, dann immer intensivere Färbung des Himmels und der Felsen in Magenta und Lila war fabelhaft. Eine tolle Szene als Tagesabschluss.

Letztes Tageslicht im Monument Valley
Fantastische Lichtstimmung kurz nach Sonnenuntergang

Wenn man schon sein Zelt in so einer Kulisse aufbauen kann, dann gehört der Sonnenaufgang zum Fotografieren auch dazu. Wieder zu meinem Standpunkt gelaufen, war ich pünktlich eine halbe Stunde, um etwa 6:45 Uhr, vor Ort. Ich liebe es die Farbänderungen im Himmel zu beobachten und einfach die Szene zu genießen. Ist die Kamera erstmal aufgebaut, hab ich keinen Stress mehr und kann mich voll auf das Fotografieren konzentrieren.

Über die Photopills App konnte ich von meinem Standpunkt aus ablesen, wo die Sonne über den Horizont steigen würde. Aufgrund der steigenden Helligkeit in dem Bereich, ahnte ich, dass die Szene einen extrem hohen Dynamikumfang haben wird. Direktes Sonnenlicht und ein dunkler Vordergrund, bzw. dunkle Felsen. Das war mir zu unsicher.

So änderte ich meinen Standpunkt soweit, dass ich die Sonne nicht direkt sehen würde, sondern, dass sie hinter einem der Buttes aufgehen wird. So komponierte ich meinen Bildausschnitt und wartete auf die Sonne. Und es hat funktioniert. Mit einem tollen Sidelight hatte ich keine Probleme mehr mit der Sonne, sondern konnte sie super als „Hintergrundbeleuchtung“ der Felsen positionieren.

Auch hier wählte ich erst einige Aufnahmen, bei den ich in die Szene reinzoomte und anschließend nahm ich im Hochformat mehrere Belichtungsreihen auf , welche ich zu Hause zu einem Panorama zusammensetzte.

Ich liebe beim Fotografieren Wolken. Diese fehlten mir sowohl beim Sonnenuntergang am Vortag, als auch am Morgen zum Sonnenaufgang. Aber ich finde die Aufnahmen dennoch schön, da die farblichen Abstufungen und Übergange im Himmel den Kontrast du den markante Felsen bietet.

Lichtstimmung kurz vor Sonnenaufgang
Indirektes Licht beim Sonnenaufgang
Sonnenaufgang als Panorama
Sonnenaufgang hinter dem Merrick Butte

Fazit

Wenn man eine Reise in den Südwesten der USA plant, muss man das Monument Valley besuchen. Ich finde es gehört zu den Highlights. Egal ob man direkt im Valley übernachtet, oder in der Nähe, versucht entweder einen Sonnenuntergang oder einen Sonnenaufgang zu fotografieren, oder wenigsten mit zu erleben. Eine gigantische Kulisse. Es wird garantiert einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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