Antelope Canyon, Arizona

Der Besuch des Upper Antelope Canyon in der Nähe von Page in Arizona, war eines der interessantesten Erlebnisse während unseres USA Roadtrip. Auf eigene Faust kann man den Canyon leider nicht erkunden. Ich zeige euch hier warum und wie ein Besuch des Canyons aussieht. Außerdem, wie man im Canyon tolle Fotos hin bekommt.

Der Upper Antelope Canyon

Zu den sehenswertesten Gesteinsformationen in Amerika, gehören zweifelsohne die Antelope Canyons in der Nahe von Page in Arizona. Die beiden Canyons liegen auf dem Territorium der Navajo Nations. Sie zeichnen sich durch die geschwungenen Wände und die intensiven Farben aus, die von Gelb über Orange, Rot bis hin zu Lila reichen. Der Canyon ist teilweise so tief und eng, dass man den Himmel nicht mehr sehen kann. Ein einmaliges Erlebnis dort hindurch zu laufen.

Früher konnte man die Canyons noch eigenständig erkunden, mittlerweile muss man eine geführte Tour bei einem der lokalen Anbieter buchen. Davon gibt es einige. Die Anbieter findet man direkt an der SR98, also in der Nähe der Canyons, oder direkt in Page. Die Touren werden alle durch die Navajo Nation durchgeführt, dementsprechend variieren die Preise auch nicht sehr stark zwischen den einzelnen Anbietern.

Ich entschied mich für den Upper Antelope Canyon, weil ich von diesem Canyon im Vorfeld die schöneren Aufnahmen gesehen hatte. Meine Tour habe ich bei dem Anbieter „Adventurous Antelope Canyon Tours“ (nachfolgend AACT) gebucht. Mein Bericht basiert daher auch nur auf dieser Kombination.

Touren zum Upper Antelope Canyon

AACT bietet für den Upper Antelope Canyon verschiedene Touren an. Ganz grundsätzlich gibt es zwei Arten: die normale „Sightseer“-Tour und die speziellere „Photographer“-Tour. Wie unterscheiden sich diese beiden?

Sightseer-Tour: Mit einer Art altem Militär-LKW, wo man hinten auf der Ladefläche sitzt, wird man in Gruppen zum Canyon gefahren. Dort führt der Gruppen-Guide die Teilnehmer durch den Canyon, erklärt die Geologie der Gesteinsschichten und hilft den Besuchern auch beim Fotografieren. Man wird regelrecht durchgeschleust, denn zeitgleich sind nicht nur mehrere Gruppen dort, sondern auch mehrere Anbieter mit jeweils ihren Gruppen. Dadurch wird es eng in dem kurzen und schmalen Canyon und man hat nicht sehr viel Zeit sich im Canyon aufzuhalten.

Auf diese Tour darf kein Rucksack mitgebracht werden, nur das Handy oder einen Fotoapparat und eine kleine Flasche Wasser. Action-Kameras (z.B. GoPro) sind nicht erlaubt! Filmen ist generell verboten. Stative sind auch verboten! Das kann zu einem Problem werden, denn in dem Canyon ist es abschnittsweise sehr dunkel, wo selbst extrem hohe ISO-Einstellungen der Kamera kein scharfes und verwacklungsfreies Bild bringen. Und Smartphone-Bilder, obwohl mittlerweile recht gut, ersetzen (für mich) bei Weitem keine Aufnahmen mit einer richtigen Kamera.

Die Kosten für die Sightseer-Tour (nur Upper Antelope Canyon) liegen je nach Uhrzeit bei 66$ oder 77$ pro Person. Die ideale, aber auch teurere Tageszeit ist zwischen 10 und 14 Uhr, weil hier die Sonne weiter oben am Himmel steht und mehr Licht in den Canyon trifft. Es gibt noch erweiterte Touren zu anderen Canyons (Rattlesnake-, Owl- und Mountain Sheep Canyon) die ich nicht gemacht habe und daher nichts dazu schreiben kann. Darüber informiert man sich am besten auf der Homepage der Anbieter. Die Sightseer-Tour dauert inklusive der Hin- und Rückfahrt zum Canyon etwa 1,5 Stunden.

Photographer-Tour: Wer in dem Canyon richtig Fotografieren möchte, muss die Photographer-Tour buchen, da führt kein Weg dran vorbei. Denn nur so hat man die Möglichkeit noch zusätzlich zur Kamera und zur Wasserflasche, ein Stativ mitzunehmen, um verwacklungsfreie Bilder zu machen.

Die Kosten für die Photographer-Tour (nur für den Upper Antelope Canyon) liegen hier regulär bei 158$ pro Person. Das ist ein stolzer Preis und es kommen Gedanken auf wie „Abzocke, nur weil man richtig fotografieren will“, aber man erhält einfach unschlagbare Vorteile. Und wer nicht möchte, muss es ja nicht machen. Es gibt einen Weg, um etwas günstiger an das Ticket zu kommen. Weiter unten mehr dazu. Die Tour dauert circa 2 Stunden. Man hat also im Verhältnis zur Sightseer-Tour einiges mehr an Zeit zur Verfügung, auch das ist ein Aspekt, den man berücksichtigen kann.

Meine Tour und meine Erfahrungen

Ich habe die Photographer Tour gebucht, was auch sonst. Wahrscheinlich werde ich nicht noch einmal dorthin kommen, also musste ich die Chance auf bestmögliche Bilder nutzen. Jetzt sind 158$ natürlich ein Wort. Passt so eine Summe zu dem, was geboten wird? Hier ein kleiner Tipp, wie man günstiger an das Ticket kommt, denn ich hätte 158$ bestimmt nicht ausgegeben.

Ich bin zu AACT gefahren, ohne im Vorfeld ein Ticket zu buchen. Vor Ort habe ich einfach gefragt, ob es noch einen Platz für eine Photographer-Tour an diesem Tag gibt. Auf der Nachmittagstour gab es tatsächlich noch einen freien Platz. Zu meinem Glück, denn die Tour um 14:30 Uhr ist eigentlich eine „Friends & Family-Tour“, wo der Fotograf jemanden mitbringen muss. Diese Tickets kosten 107$, also ganze 51$ weniger. Und in meinem Fall musste ich niemanden mitbringen, weil es Rest-Tickets waren. Die wollen ihre Touren ja auch voll bekommen und nehmen dann anscheinend auch Einzelpersonen. So hab ich auf jeden Fall Geld gespart. Aber es ist eine Glückssache. Wer auf Nummer Sicher gehen will, muss eben zum regulären Preis reservieren.

Wie beschrieben, darf man auf diese Tour ein Stativ mitnehmen, nein man muss man eine Kamera (DSLR oder DSLM) und ein Stativ mitnehmen. Bevor man das Ticket kaufen kann, wird man sogar aufgefordert, das Stativ und die Kamera vorzuzeigen. Als Bestätigung, dass man wirklich ein Fotograf ist.

Das Stativ alleine würde aber nicht ausreichen, denn zwischen den Besuchern, die sich wie bei einem Almabtrieb durch den Canyon schieben, hätte man gar keine Chance das Stativ aufzustellen und in Ruhe zu fotografieren. Bei der Photographer-Tour sorgt der Guide dafür, dass man „menschenleere Zeitfenster“ bekommt. Das bedeutet, er hält die Besucher auf, sperrt den Weg ab und die Fotografen erhalten für ca. 2-3 Minuten einen leeren Bereich zum Fotografieren. Dann geht man ein Stück weiter und der Guide sorgt für die nächste Lücke. Die anderen Besucher müssen wirklich warten. Auch die Guides der regulären Tour sagen immer zu ihrer Gruppe, dass sie bitte warten sollen. Das hat super funktioniert. Wie läuft das Ganze genau ab?

Eine halbe Stunde vor Abfahrt muss man vor Ort sein. Man trägt sich in eine Liste ein und wartet dann, bis es los geht. Die Guides teilen je nach Ticketnummer die Leute den Fahrzeugen zu. Unsere kleine Fotografen-Gruppe von 6 Personen, wurde von unserem Guide mit einem komfortablen Jeep zum Canyon gefahren (auch wieder ein Pluspunkt). Der Eingang zum Canyon ist sehr unscheinbar. Man weiß eigentlich nur, dass man angekommen ist, weil dort noch 20 weitere Fahrzeuge geparkt sind. Im Canyon sind wir zuerst bis nach hinten durchgelaufen und ich fragte mich, warum wir nicht mal stehen bleiben. Ich war gleich von der Schönheit der Formen und Farben überwältigt und wollte sofort losfotografieren. Aber ich hab die Taktik unseres Guides dann recht schnell verstanden.

Er hat immer versucht den Massen zu entgehen, so dass unsere Zeitfenster auch mal eine Minute länger waren, um Bilder zu machen. Er hat seinen Job echt gut gemacht. Hat uns zum Beispiel Tipps gegeben, welcher Standpunkt sich mehr lohnt, als andere. Wenn man nämlich nach oben fotografiert, kann es sein, dass das Sonnenlicht so extrem hell ist, dass der Canyon selber im Schatten absäuft. Keine Kamera könnte diesen Dynamikumfang meistern. Es ist sinnvoll das direkte Gegenlicht durch Felsen „auszublenden“, also zu verdecken. Dann erhält man eine gute Ausleuchtung der Felswände und tut sich in der Nachbearbeitung der Bilder leichter.

Obwohl es im Canyon relativ kühl ist, bin ich doch ins Schwitzen gekommen. Ich war fast überfordert in der kurzen Zeit mein Optimum an Bildern zu machen und das in bestmöglicher Qualität. Es ist sehr eng und dunkel, da ist es mit dem Fokussieren nicht leicht. Ich musste mich auf die richtigen Einstellungen konzentrieren und den besten Bildausschnitt wählen. Mein Stativ hatte ich immer fast auf niedrigster Höhe und ich lag fast immer im Sand, um von ganz weit unten nach oben zu fotografieren.

Es ist dabei auch wichtig auf die anderen Fotografen zu achten, um sie nicht zu behindern, oder an ihr Stativ zu stoßen. Außerdem sollten man sich untereinander verständigen, die Positionen mal zu tauschen, damit jeder alle Möglichkeiten erhält. Ist die Zeit um, wird man auch als Fotograf aufgefordert weiter zu gehen und hat keine Chance an diesem Platz nochmal zu fotografieren. Man muss wirklich jede Sekunde ausnutzen. Und immer wieder läuft doch jemand durchs Bild. Doch das war nicht schlimm, denn durch die längeren Belichtungszeiten sind die Personen auf dem Bild eigentlich nicht mehr zu sehen. Es sei denn sie bleiben stehen. Dann darf man aber freundlich fragen, ob sie nicht bitte ein Stück weitergehen könnten.

Wir hatten etwa 1,5 Stunden in dem Canyon, aber angefühlt hat sich die Zeit eher wie 10 Minuten. Für mich hat es sich definitiv gelohnt, denn die Bilder sind wirklich schön geworden und werden mich immer an dieses Erlebnis erinnern. Auch die Interaktion mit den anderen Fotografen war angenehm.

Bei der Bildbearbeitung zu Hause sollte man es nicht übertreiben, es sieht sonst schnell künstlich aus. Ich habe die Kontraste von Licht und Schatten angehoben, die Strukturen leicht verstärkt (der neue Regler in Lightroom ist klasse) und schon waren die Bilder fertig bearbeitet. Das ist meine Ausbeute:

Fazit

Egal ob ihr die normale Sightseer-Tour, oder die spezielle Photographer-Tour macht, es wird ein Erlebnis. Während der Hauptsaison muss man immer mit vielen Besuchern rechnen und dementsprechend mit wenig Platz im Caynon. Aber das beste Licht bekommt man eben in der Hauptsaison. So ist das mit solchen Highlights. Für mich war es eine Herausforderung zum Fotografieren, aber eines der großen Highlights auf unserem Roadtrip durch den Südwesten der USA. Ich kann es nur empfehlen und würde es jederzeit wieder machen.

Bis bald… Michael

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