Wen man die Fotografie als Hobby betreibt, hat man normalerweise nicht den Druck Bilder machen zu müssen oder irgendetwas abzuliefern. Das minimiert den Stress, führt aber manchmal dazu, dass die Motivation sinkt, einfach die Kamera einzupacken, raus zu gehen und schöne Bilder aufzunehmen. Ich hole mir dann Anregungen, um wieder kreativer zu werden. Wie mache ich das?

Motivation und Ideen finden

Jeder Berufsfotograf erlebt Zeiten, in denen Kreativität und Ideen eher Mangelware sind. Aber sie haben den Druck der Selbstständigkeit im Rücken, regelmäßig für Einkommen zu sorgen. Ich betreibe die Fotografie als Hobby. Das bedeutet: Habe ich keine Lust, kann die Kamera ruhigen Gewissens im Rucksack bleiben. Ist das Wetter mies, bleibe ich daheim und warte auf bessere Bedingungen. Ich MUSS nichts, sondern ich KANN, wenn ich will. Das ist eigentlich eine schöne Sache.

Aber das führt von Zeit zu Zeit dazu, dass der innere Antrieb verloren geht. Die Kamera bleibt zu lange im Rucksack und man beginnt Ausreden zu suchen, anstatt den Hintern hoch zu bekommen. Mir geht es jedes Jahr so. Okay, ich habe einen relativ anspruchsvollen Fulltime-Job, habe familiäre und andere private Verpflichtungen, die wichtig sind und eine höhere Priorität haben, als die Fotografie. Doch für mich ist die Fotografie und alles, was damit zusammen hängt, eine ausgleichende Freizeitbeschäftigung.

Ich kann den Kopf frei bekommen, wenn ich mich auf die Landschaft konzentriere, die Details in der Natur suche. Alleine schon die Bewegung, welche damit verbunden ist, um zur Location zu kommen, entschleunigt mich mental. Wenn aber die Motivation fehlt, lasse ich mich gerne inspirieren, um wieder kreativ zu werden. Wie mache ich das momentan?

Baxter, Gibbs und Heaton

Ich nutze YouTube in vielen Bereichen. Steht eine Reise bevor, suche ich gezielt nach Foto-Möglichkeiten, die sich dort bieten, um vor Ort nicht gleich überfordert zu sein. Es gibt garantiert Fotografen, die irgendein Video zu der Gegend oder dem Land hochgeladen haben. Ich achte darauf, zu welcher Zeit sie dort waren, auf was man beim Fotografieren achten muss, oder ob sich die Location zum Fotografieren überhaupt lohnt.

In letzter Zeit ging es mir aber eher darum neue Motive auszuprobieren. Ich möchte nicht immer nur dieselben Dinge fotografieren, die selben Perspektiven wählen, sondern meinen Horizont erweitern.

Ein Fotograf der mich aktuell sehr inspiriert, ist Simon Baxter. Er hat sich auf „Woodland Photography“, also auf Wälder und Bäume, spezialisiert. Simon zeigt in seinen YouTube-Videos (englischsprachig), wie man Szenen findet, wie man einen überlegten Bildaufbau realisiert und wie einfach das Ganze sogar sein kann. Dabei erklärt er aber auch, wie man seine Inspiration und Motivation finden kann, selbst wenn das Wetter nicht mitspielt. Ich finde seine Bilder gigantisch und könnte mir jedes davon an die Wand hängen.

Wälder und Bäume findet man eigentlich überall und muss meistens nicht weit fahren. Man benötigt natürlich Zeit, um mit der Kamera nach Motiven zu suchen. Die Kunst ist aber Szenen zu finden. Oft sind es solche, an denen man vielleicht vorbeilaufen würde, ohne Notiz zu nehmen. Doch mit einem geschulten Auge und Geduld, findet man im Wald oder auf Lichtungen wahre Schätze. Ich bin gerne in Wäldern unterwegs. Wälder haben etwas beruhigendes. Ob mit dem Fahrrad oder beim Wandern. Das möchte ich mit der Fotografie verknüpfen und zum Beispiel in meiner Heimatregion mehr Möglichkeiten nutzen, Bilder zu machen.

Ein weiterer Kanal ist der von Adam Gibbs. Er lebt in Vancouver, Kanada, und ist ein genialer Landschaftsfotograf und man könnte ihn „Master of Light“ nennen. Seine Bilder sind manchmal gigantisch monumental, manchmal erstklassig subtil. Er setzt Berge oder Wälder perfekt in Szene, sucht in diesen dann aber auch feine Details und Formen, die er fantastisch abbildet. Zudem liebe ich seine epischen und virtuosen Videoaufnahmen mit der Drohne. Von ihm lasse ich mich gerne inspirieren, manchmal auch einfach nur zum Träumen anregen, die Regionen zu bereisen, die er in seinen Filmen zeigt.

Landschaftsfotografen werden früher oder später auf den (englischsprachigen) Kanal von Thomas Heaton stoßen. Auch er ist ein Meister in seinem Fach. Seine Videos zeigen, wie er Motive und Szenen sucht, was es dabei für Herausforderungen gibt, wie man diese überwindet und aus dem, was sich bietet, das Beste macht. Er zeigt, dass man auch manchmal scheitert und nicht immer das mega Bild mit nach Hause bringt. Sehr sympathisch an ihm finde ich, dass er das Wandern genauso liebt wie ich und es immer, wenn möglich, in seine Fotografie einbindet.

Alle drei der genannten Fotografen bestechen durch ihre sympathische, authentische und bodenständige Art. Sie sind nicht überheblich, sondern bringen Themen so rüber, dass man es gerne nachmachen möchte und nicht eingeschüchtert ist. Die Quintessenz der drei ist für mich aber auch, die Sache anzupacken, keine Ausreden zu suchen und fotografieren zu gehen. Durch das was man versucht, kann man nur wachsen und besser werden. Diesen Lernprozess scheue ich manchmal, aber er ist enorm wichtig.

Die genannten Namen sind natürlich nur eine kleine Auswahl an Fotografen, die ihre Erfahrungen und Erlebnisse öffentlich gemacht haben. Ich beschränke mich nicht auf diese allein. Aber ich möchte auch nicht meine ganze Zeit nur mit der Theorie verbringen, sondern aus der gewonnenen Motivation eine Aktivität folgen lassen.

Eines habe ich aber gelernt: Es hat keinen Wert, wenn man es übers Knie brechen möchte. Ein Hobby muss sich einfügen. Meine Fotografie muss manchmal länger warten, als mir lieb ist. Habe ich aber die wichtigen Prioritäten abgearbeitet und erledigt, kann ich viel entspannter und konzentrierter raus zum Fotografieren gehen. Das wirkt sich auch auf die Ergebnisse aus. Denn man sieht es Bildern an, wenn Sie nur hektisch und schnell entstanden sind.

Schlussendlich muss jeder persönlich einordnen, welchen Stellenwert das Fotografieren hat, bzw. haben sollte. Einen Soll/Ist-Vergleich machen. Sich auch mal wieder selbst zu reflektieren und dann pro-aktiv Motivation und neue Ideen suchen. Dazu gibt es so viele gute Möglichkeiten. Dann macht das Fotografieren auch wieder mehr Spaß. Mir geht’s auf jeden Fall so.

In dem Sinne, bis zum nächsten Beitrag…

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare