Einen individuellen Urlaub zu buchen ist manchmal schon nicht ganz einfach. Aber ich möchte in meinem Urlaub auch noch die Highlights des Landes fotografieren. Doch wie finde ich diese Highlights zum Fotografieren in einem Land, welches ich noch nicht kenne und wie plane ich meine Locations für die Foto-Reise?

Wie finde ich Locations zum Fotografieren?

Der Urlaub steht fest, die Rahmenbedingungen sind geklärt, d.h. welches Land, welche Region, der Flug und die Fortbewegungsmittel. Die Unterkunft steht immer als erstes fest: wir gehen Zelten. Okay, was tue ich jetzt. Klar, mich auf die Zeit zu freuen, etwas Neues zu erleben.

Natürlich möchte ich aber auch die schönsten Seiten des Landes fotografieren, die charakteristischen Highlights sehen und das sollte im Vorfeld gut geplant sein. In Neuseeland zum Beispiel, sind wir damals an einigen tollen Locations vorbeigefahren, weil ich nicht gut genug vorbereitet war. Das darf nicht mehr passieren. Wie gehe ich jetzt vor? Ich zeige euch hier meine Vorgehensweise am Beispiel unseres nächsten Urlaubs in der Bretagne, dem westlichsten Zipfel von Frankreich.

Schritt 1: Google

Ich tippe als Suchbegriff Bretagne ein und wechsel dann zum Reiter Bilder. Der Algorithmus von Google zeigt meistens die bekanntesten und sehenswertesten Orte als erstes ganz oben.

Schritt 1: Google Suche, Stichwort "Bretagne"

Ich scrolle durch die Bilder und wenn ich etwas sehe, was mir gefällt, klicke ich mich über das Bild bis zur Website, woher das Bild stammt. Dort versuche ich herauszulesen, wie z.B. der abgebildete Leuchtturm, die Felsen, der Küstenabschnitt, der Wald oder der Strand heißt und wo das ist. Ich notiere mir alles und lege in Google Maps eine eigene Karte an, in der ich all diese Orte suche und markiere. Diese Karte könnte so aussehen:

Schritt 1: Google Maps, eigene Karte anlegen

So erstelle ich ein grobes Gerüst, an dem ich mich im Weiteren orientieren kann.

Schritt 2: Social Media

Die nächste Station sind Foto-Plattformen, wie z.B. Instagram, Fotocommunity, 500px oder Flickr. Ich gebe dort in der Suchzeile den Begriff „Bretagne“ ein und werte die Ergebnisse genauso aus, wie bei der Google-Suche. Hier hole ich mir Anregungen, wenn es um Bildgestaltung und Blickwinkel geht.

Schritt 2: Social Media, z.B. Fotocommunity

Ganz speziell zum Suchen von Foto-Locations ist die Website www.locationscout.net. Hier kann man interaktiv auf einer Karte nach einem Ort suchen und sehen, ob es zu diesem Ort schon Fotos gibt. Im Fall der Bretagne sieht die Karte aktuell so aus:

Man bekommt relativ schnell eine Ahnung, welche Orte sehr beliebt zum Fotografieren sind. Leider Muss ich sagen, dass die Qualität der Bilder, die dort hochgeladen werden, nicht immer gut ist. Manches sind bestenfalls schlechte Schnappschüsse. Aber der Sinn ist ja, vorerst nur die Location zu finden.

Schritt 3: Bildbände

Was ich in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt habe, sind Bildbände. Eine tolle Möglichkeit mehr über ein Land oder eine Region zu erfahren. Ich gehe dazu am liebsten in große Buchhandlungen, suche mir einen passenden Bildband heraus, setze mich in eine der Lese-Ecken und blättere durch den Bildband. Alles was mir gefällt notiere ich in meinem Smartphone als Textdatei, bzw. markiere mir diese Orte gleich in Google Maps. Das ist heute sehr komfortabel und schnell erledigt.

Schritt 4: Detailplanung

Wenn ich denke, dass ich genug Highlights zusammengetragen habe, suche ich mir die heraus, bei denen ich ein gutes Gefühl habe schöne Fotos aufnehmen zu können. Man erhält durch die Recherche ein gewisses Gefühl dafür, welche Location besonders schön sein wird (oder sein könnte).

Daraus erstelle ich eine Liste mit meinen Top 10 oder Top 20 oder so ähnlich. Dann schaue ich mir die einzelnen Orte genauer an. Ich möchte herausfinden, zu welcher Tageszeit man am besten dort sein muss. Liegt der Ort dem Westen zugewandt, ist der Abend bei Sonnenuntergang am besten. Oder doch ostwärts, dann natürlich der Morgen zum Sonnenaufgang. Diese Infos notiere ich mir in Google Maps zu dem jeweiligen Ort.

Dann wechsel ich zu einer App auf meinem Tablet: The Photographer’s Ephemeris

In dieser App kann ich den Ort eingeben oder über eine Karte interaktiv auswählen, mit einer Markierung versehen, in der Zeitleiste das Datum eingeben, wann ich dort bin und bekomme genau angezeigt, wann der Sonnenauf- oder Sonnenuntergang sein wird. Auf die Minute genau. Das ist super. So weiß ich im Vorfeld schon, wann ich dort sein muss, um den entscheidenden Moment nicht zu verpassen.

Hier ein Beispiel:

Ich möchte in der Bretagne am Pointe du Raz die Küste mit dem vorgelagerten Leuchtturm „Phare de la Vieille“ fotografieren. Dazu habe ich den Ort in der App gesucht und meinen Standort markiert. Durch die Linien kann ich ablesen, aus welcher Richtung das Sonnenlicht kommen wird. Über einen Regler unter der Karte, lässt sich Tageszeit zu simulieren. Das hilft super, um für später den Platz grob einzugrenzen, an dem ich meine Kamera aufbauen muss, um alles perfekt im Bild zu haben.

Es ist einfach abzulesen, dass um 21:35 Uhr der Sonnenuntergang ist. Ich kann die Markierung so verschieben, bis die Linie der Sonne meinen Vorstellungen entspricht. Daraus ergibt sich meine Position zum fotografieren.

Schritt 4: Detailplanung

Der Weisheit letzter Schluss?

Natürlich nimmt mir diese Planung nicht alles ab, aber genug, um keine wertvolle Zeit zu vergeuden, die ich mit dem Fotografieren und dem Genießen füllen möchte. Das finale Bild kann nur vor Ort und immer situativ komponiert werden. Auch der Spaß darf nicht verloren gehen. Jedes Bild soll eine Herausforderung bleiben.

Und einige Dinge kann man sowieso nie planen, z.B. das Wetter oder wie viele Touristen sich an dem Ort bewegen und eventuell im Bild stehen. Es sind immer Teile des Ganzen, auf die man spontan reagieren muss.

Eine gute Vorausplanung ist für mich einfach unerlässlich geworden. Es hat mir auf den letzten Reisen sehr geholfen. Vielleicht könnt ihr einen der genannten Punkte bei Eurer nächsten Urlaubsplanung verwenden. Oder ihr habt noch bessere Vorschläge, dann würde ich mich über einen Kommentar freuen, wie ihr es macht. Möglichkeiten gibt es auf jeden Fall ausreichend

In dem Sinne… bis bald. Michael

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Tipps. Ich werde diese bei meiner nächsten Urlaubsplanung berücksichtigen. Schöne Website mit tollen Fotos und ein liebevoll gestalteter Blog.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare