Der Zion National Park in Utah, bietet auf einer relativ kleinen Fläche so viel zu sehen und zu erleben. Auf unserem USA Roadtrip durfte ein Besuch natürlich nicht fehlen.

Der Zion National Park

Der Nationalpark liegt in Utah, an der Grenze zu Arizona. Springdale, das Tor zum Park, erreicht man von Las Vegas aus in knapp drei Stunden Autofahrt. Den Status „Nationalpark“ besitzt der Zion schon seit 1919, also nunmehr 100 Jahre. Der Park zeichnet sich durch eine schluchtenreiche Landschaft und seinen zahlreichen Canyons aus.

Einige der bekanntesten Highlights, bzw. Aussichtspunkte im Park sind:

  • Wanderung durch die Virgin River Narrows
  • Grat-Wanderung zum Angels Landing
  • Wanderung zu den Emerald Pools
  • Den Watchman fotografieren an der Canyon Junction Bridge
  • Wanderung zum Canyon Overlook
  • Wanderung zum Observation Point

Ihr merkt schon, dass die Highlights fast immer mit einer Wanderung verknüpft sind. Der Zion National Park ist ein Ziel für einen Aktivurlaub und weniger, um sich zu entspannen.

Im August 2019 gab es im Park einen massiven Felssturz in der Nähe der Weeping Rock Bushaltestation. Daraufhin wurden einige der schönsten Wanderwege für die Aufräumarbeiten bis auf Weiteres gesperrt. Wann die Wege wieder eröffnet werden, ist aktuell (zum Zeitpunkt, als ich den Beitrag geschrieben habe) nicht bekannt. Das ist auch der Grund, warum wir die Wanderung zum Observation Point nicht machen konnten, welches eine der schönsten Touren im Park ist.

Aber es gibt dort so viel mehr noch zu sehen, dass drei Tage, die wir dort waren, kaum ausreichten, um die anderen Highlights zu erkunden. Diese Highlights stelle ich euch hier kurz vor. Wenn ihr Informationen zum Camping in Nationalparks sucht, schaut euch doch meinen Bericht dazu an -> hier klicken.

Canyon Junction Bridge

Googelt man nach Bildern zum Zion National Park, findet man mit Sicherheit als eines der ersten Bilder, die Ansicht des Virgin River mit dem Berg Watchman im Hintergrund. Eine der bekanntesten Aussichten des Parks. Dieses Bild kann nur von einer Stelle aus gemacht werden. Von der Canyon Junction Bridge.

Diese Brücke ist eigentlich nur für den Autoverkehr gemacht. Für Fußgänger gibt es keinen echten Gehsteig, nur auf einer Seite durch einen Strich auf der Fahrbahn sozusagen den schmalen Gehweg. Die schönste Ansicht entlang des Virgin Rivers mit Blick zum Watchman, hat man nur direkt auf der Brücke, am besten in der Mitte. Das führt dazu, dass sich den ganzen Tag Personen auf der Brücke bewegen und manchmal auch leider den PKW-Verkehr behindern. Einige Besucher sind sogar so faul, dass sie mit dem Auto auf der Brücke stehen bleiben und durch das geöffnete Fenster schnell ein Foto machen. Wobei sie wahrscheinlich eher die Fotografen im Bild haben, als die wunderschöne Landschaft.

Neigt sich der Tag dem Ende, werden es immer mehr Leute auf der Brücke, vor allem natürlich Fotografen mit Stativen. Denn der Sonnenuntergang ist die mit Abstand schönste Zeit dort. Wenn die Sonne untergeht, taucht sie das Tal in eine tolle Lichtstimmung und scheint die Berge und (falls vorhanden) die Wolken in einem fantastischen Licht an. Man muss keine Wanderung unternehmen, um dorthin zu kommen, wie bei den anderen Aussichtspunkten. Einfach mit dem Auto, oder dem Bus hinfahren, parken, aussteigen und hoffen, dass man noch einen guten Platz bekommt.

TIPP: Fahrt zum Fotografieren frühzeitig hin, mindestens eine Stunde vor Sonnenuntergang. Denn sonst bekommt ihr entweder keinen Parkplatz mehr, oder noch schlimmer keinen schönen Platz auf der Brücke.

Hat man aber alles richtig gemacht und steht zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man mit einem tollen Foto nach Hause kommt. Auf der Brücke hat man geradeso genug Platz, um das Stativ aufzustellen. Da muss man einfach testen, wie es am besten geht. Ich habe dazu zwei Stativbeine ganz ausgefahren, auf den Boden gestellt und das Dritte ganz eingefahren und auf das Brückengeländer gestellt, um weit genug ans das Geländer zu rücken. Man sollte immer ein Auge auf den Verkehr haben, vor allem, wenn man zu weit auf der Straße steht.

Bei Aufnahmen mit längeren Verschlusszeiten, muss eine Sache beachtet werden: Der regelmäßig vorbeifahrende Zion Shuttlebus erzeugt eine spürbare Schwingung, wenn er über die Brücke fährt. Das führt unweigerlich zur Verwacklung des Bildes. Wartet einfach ab, bis gerade kein Bus oder Auto über die Brücke fährt und löst dann die Kamera aus.

Meine Aufnahme von dort, gehört zu den Schönsten, die mir während unseres Southwest-Roadtrips gelungen sind.

Virgin River Narrows

Eine der ungewöhnlichsten Wanderungen, die wir in Amerika gemacht haben, führte uns durch die Virgin River Narrows, auch Zion Narrows genannt. Der Virgin River zieht sich durch den ganzen Zion National Park. Er ist sozusagen die Lebensader, aber auch die gestalterische Kraft des Parks. Im Lauf der vielen Jahrtausende hat er sich immer tiefer in das weiche Gestein gefressen und dem Park so das charakteristische Landschaftsbild verliehen. Im oberen Teil des Nationalparks fließt der Virgin River durch eine etwa 26 Kilometer lange, enge Schlucht, die sogenannten Narrows. Einen Teil davon kann man auf dem Riverside Trail erkunden.

Jetzt ist es nicht so, dass man gemütlich am Ufer entlang des Virgin Rivers flussaufwärts durch die Narrows wandert, wie das Wort Riverside vermuten lässt. Nein, man wandert zwar flussaufwärts, aber durch das Wasser. Es gibt so enge Stellen, dass kein trockener Wanderweg existieren könnte. Aus dieser Not hat man eine Tugend gemacht und sich auf eine Flusswanderung spezialisiert. Außerhalb des Parks kann man sich spezielle Schuhe für Canyoning ausleihen. Diese Neoprenschuhe sind sehr robust, haben auch auf rutschigen Untergründen guten halt und bieten Schutz bei Stößen gegen die Felsen unter Wasser. Und das ist bitter nötig, denn man sieht im Wasser manche Felsen nicht und stößt zwangsläufig dagegen. Mit Crocs, offenen Wandersandalen oder ähnlichen Schuhen, sollte man diese Wanderung nicht machen.

Möchte man die gesamte Wanderung machen (ohne den Teil der Zion Subway, wo man teilweise sogar schwimmen muss), bewegt man sich etwa 5-6 Stunden im Wasser. Immer wieder gibt es Stellen, wo man am Ufer etwas Laufen kann, aber überwiegend führt der Trail durch das Wasser.

Als aller erstes geht man am Tag bevor die Wanderung stattfinden soll zum Visitor Center und fragt, ob am kommenden Tag die Wanderung durch die Narrows möglich ist. Denn auch Sturzfluten sind bei starkem Regen möglich, die in den engen Canyons lebensgefährlich sind. Außerdem sollte man auf die Wassertemperatur achten und sich dementsprechend ausrüsten. Wir waren im Oktober dort. Das Wasser hatte 15°C. Gelaufen bin ich in einer kurzen Wanderhose, hatte aber eine warme Fleecejacke an, um am Oberkörper warm zu bleiben.

Gestartet sind wir früh Morgens. Der erste Shuttle-Bus vom Visitor Center (ist gleichzeitig die Haltestelle vom Campingplatz) brachte uns zum Ausgangspunkt (Bushaltestelle 9 – Temple of Sinewawa). Von der Haltestelle folgt man einige Minuten dem Weg, bis er endet und man nur noch im Fluss weiterlaufen kann. Dann geht’s richtig los. Es dauert nicht lange, bis man ein Gefühl dafür bekommt, wie man sich am besten im Wasser bewegt, wie man auf den Steinen auftritt, ohne auszurutschen. Viele Steine haben guten Grip, einige weiter flussaufwärts waren hingegen sehr rutschig, selbst mit den Spezialschuhen. Der lange Holz-Wanderstock, den es zu den Schuhen dazu gibt, hilft dann sehr. Auch wenn die Strömung an einigen Stellen mal etwas stärker wird. Wir hatten keinen hohen Wasserstand, aber an einigen Stellen ging mir das Wasser fast bis zum Gürtel. Das bedeutet, die Hose wird definitiv nass.

Man kann die Tour zwar jederzeit abkürzen, z.B. wenn man mit Kindern unterwegs ist, oder einem das Wasser einfach zu kalt wird. Aber wenn es die Kondition und der Elan zulassen, dann lauft so weit es möglich ist flussaufwärts. Denn richtig schön wird es erst nach einigen Kilometern, wo die Felswände so eng sind, dass man den Himmel kaum noch sieht. Die Narrow Wanderung ist einfach ein tolles Erlebnis.

TIPP: Erkundigt euch einen Tag vorher im Visitor Center über die Wetterbedingungen. Leiht euch unbedingt die Wasserschuhe aus und packt eine Warme Jacke ein. Nehmt genug Wasser und etwas zu Essen mit. Lasst euch Zeit, um einen eigenen Lauf-Rhythmus zu bekommen. Und startet so früh wie möglich. Dann wird es eine tolle Erfahrung und keine Zumutung.

Eins durfte aber auch nicht fehlen: das Fotografieren. Es hat sich streckenweise etwas schwierig gestaltet, denn es waren viele Wanderer unterwegs. Mein Ziel ist es immer, Aufnahmen zu machen, auf denen niemand zu sehen ist. Manchmal kann man durch eine Person die Größenverhältnisse besser erkennen. Aber mir geht es ausschließlich um die Natur. Und eine Selbstdarstellung, wie es heute fast jeder macht und auf den Social Media Plattformen zeigt, ist mir absolut zuwider. Darum muss man in den Narrows Geduld mitbringen, um den Moment abzupassen, wo mal keiner ins Bild läuft.

Die schönste Zeit zum Fotografieren ist der Vormittag, wenn die Sonne warm in die Schluchten scheint und die Felswände mit einem atemberaubenden, golden schimmernden Licht überzieht. Dieses Licht muss man nutzen.

Angels Landing

Die Wanderung zum Angels Landing ist mein Zion-National-Park-Mega-Highlight. Nicht aus fotografischer Sicht, sondern ausschließlich wegen der Wanderung. Aber die hat es in sich.

Ausgangspunkt ist die Bushaltestation 7 (Weeping Rock). Der Trail ist ausgeschildert. Anfangs steigt er nur leicht an, aber nach kurzem geht’s in Serpentinen steil bergauf. Man muss an Höhe gewinnen. Aber hier ist der Weg noch breit und einfach zu laufen, bis auf die Kondition, die man haben sollte. Schon gut gefordert, erreicht man nach ca. 30-40 Minuten ein kleines Plateau, wo es ein Plumpsklo gibt und Platz, um sich kurz auszuruhen. Dann wird es erst richtig interessant. Ab hier verläuft der Trail über einen schmalen Grat noch steiler bergauf. Manchmal ist der Grat so schmal, dass es rechts und links hunderte von Metern steil abwärts geht. An diesen Stellen gibt es aber massive Ketten, an denen man sich festhalten und als Handlauf benutzen kann.

Der Trail zum Angels Landing ist so berühmt, dass leider auch sehr viel los ist. So kommt es auf dem Weg immer wieder zum Stau, da es nur den einen Weg hoch und auf dem gleichen wieder zurück geht. Vorrang haben immer die aufwärts Laufenden. Es geht hier auch nicht darum, als erstes oben zu sein und möglichst alle zu überholen. Aus gegenseitigem Respekt nimmt man auf die anderen Rücksicht. Wenn man merklich langsamer als andere ist, lässt man diese an einem geeigneten Platz vorbei. Das klappt immer.

Nach etwa anderthalb Stunden waren wir oben, ohne uns auszupowern, denn man benötigt auch Kraft in den Beinen für den Abstieg. Ich wollte immer wenn möglich auch die Aussichten genießen und die sind einfach toll, egal ob nach rechts oder nach links. Oben angekommen hat man einen fantastischen Blick in das Tal des Nationalparks, mit dem Virgin River und den steil aufsteigenden Bergenflanken rechts und links. Der höchste Punkt der Wanderung liegt auf 1765 müNN. Vom Start aus hat man einen Höhenunterschied von 450 Metern gemeistert. Klingt nicht nach viel, aber bis nach oben sind es ja auch gerade nur 4,3 Kilometer.

Wir haben oben eine kleine Pause gemacht, haben etwas getrunken, ein paar Nüsse gefuttert, einige Fotos gemacht, die Aussicht genossen und sind dann wieder abgestiegen. Auch hier wieder der Hinweis, auf die anderen Wanderer zu achten, immer im gegenseitigen Respekt. Dann läuft es eigentlich reibungslos. Das Bergabsteigen geht allerdings ordentlich auf die Oberschenkel, oder auf die Knie, je nach Laufstil.

Der Hike zum Angels Landing ist einmalig. Beschreiben kann ich das Erlebnis eigentlich nicht wirklich. Diese Erfahrung sollte man selber machen, wenn man den Zion National Park besucht. Ich kann nur sagen, dass sich die Reiseführer manchmal schlimmer anhören, als die Wanderung wirklich ist. Vorsicht und Umsicht ist allerdings immer geboten. Es ist eben kein gewöhnlicher Wanderweg.

Hier einige meiner Bilder, die ich mit dem Smartphone gemacht habe:

Fazit

Der Zion National Park gehört im Südwesten der USA zu den absoluten Highlights. Er ist flächenmäßig relativ klein, aber bietet erstaunlich viel zu erleben. Wandern ist die beste Möglichkeit viel vom Park zu sehen. Für jedes Alter ist etwas dabei, von den gemütlichen Wegen, z.B. dem Pa’arus Trail entlang des Virgin Rivers, bis hin zu den Trails mit erhöhter Anforderung, wie dem Angels Landing. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wäre der West Rim Trail eine weitere Empfehlung gewesen, bei dem man noch mehr von der Vielseitigkeit der Landschaft erkunden kann. Vielleicht dann beim nächsten Mal.

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